Sensortechnik für Rinder im Praxiseinsatz

Rinderzüchter Peter Haring aus Wettmannstätten lässt seine Kühe seit drei Jahren von Sensoren überwachen. So hat er die Gesundheit und Fruchtbarkeit seiner Herde rund um die Uhr im Blick.
Landwirt Peter Haring setzt Brunsterkennungssysteme in seinem Milchviehstall ein. Foto: Taferner
Landwirt Peter Haring setzt Brunsterkennungssysteme in seinem Milchviehstall ein. Foto: Taferner
Im überdachten Vorwartehof stehen rahmige Fleckviehkühe neben schwarz-weißen Holsteins und warten darauf, dass sich das Tor zum Melkstand öffnet. Auf dem Weg in den Melkstand wirft Landwirt Peter Haring einen Blick über die linke Schulter durch eine Glastür. Am Monitor an der Wand blinkt es rot. Das Brunsterkennungssystem meldet in roten Buchstaben: Brünstige: 2. Mit einem Stift bedient der Landwirt den Bildschirm, der ihm wenige Klicks später sagt, dass Kuh Nummer 62 und Kuh Nummer 35 besamt werden sollten. Das System zeigt ihm auch an, dass ihm bei Nummer 62 noch acht Stunden bleiben, um erfolgreich zu besamen, bei Kuh 35 nur noch sechs. Damit weiß Haring schon bevor er den Melkstand betritt, auf welche seiner 70 laktierenden Kühe er besonders achten muss. Zusätzlich zur Brunstmeldung hat der Landwirt am Bildschirm auch die Meldung bekommen, dass zwei Kühe mit niedriger Aktivität in der Herde sind. Das Es kann auf eine Erkrankung hindeuten, wenn Kühe mehr liegen . Daher wird er sich beim Melken auch diese beiden Kühe genauer anschauen. „Das Bunsterkennungssystem erleichtert mir die Arbeit vor allem mit der großen Herde enorm“, sagt Haring. Bereits vor drei Jahren kaufte er 50 Halsbänder, die seine Herde rund um die Uhr überwachen.

Peter Haring hat die meisten seiner Milchkühe mit Sensoren ausgestattet, die sie rund um die Uhr überwachen. Foto: Taferner
Peter Haring hat die meisten seiner Milchkühe mit Sensoren ausgestattet, die sie rund um die Uhr überwachen. Foto: Taferner
Zwei Systeme am Betrieb

Trotz einphasiger Fütterung legt Haring Zwischenkalbezeiten von 380 bis 400 Tagen vor. „Gerade die älteren Damen brauchen eine längere Erholungszeit um wieder kräftig loszulegen“, grinst der Landwirt. Weil ihn das Geschehen im Pansen schon immer interessiert hat, hat er sich schon vor Jahren mit für den dem Pansensensor beschäftigt. Seit einem Jahr sind seine Kühe auch mit diesem Sensor ausgestattet, sodass er zusätzlich zu den Wiederkaudaten und den Aktivitätsdaten der Halsbänder das Trinkverhalten und die Abkalbemeldungen von diesem System überwachen lässt. „Ich bin ein Ausnahmefall. Es reicht ein System am Betrieb. Aber ich schätze es sehr, dass mich die Sensoren immer über das Geschehen im Stall am Laufenden halten“, sagt Haring und quittiert am Monitor die beiden Brunstalarme. Estonia, Kuh 62, und Lore, mit dem Halsband Nummer 35. hat er soeben besamt.

Peter Haring öffnete am LANDWIRT Praxistag die Stalltüren

Beim LANDWIRT Praxistag zum Thema „Die Brunst erkennen – Fruchtbarkeit erfolgreich managen“ öffnete Peter Haring am 18. März 2017 die Stalltüren in Wettmannstätten, Bezirk Deutschlandsberg, Steiermark. Neben den Zwischenergebnissen des LANDWIRT Praxistest „Vergleich von modernen Brunsterkennungssystemen“ referiert Tierarzt Dr. Walter Peinhopf über Fruchtbarkeitsmanagement in hochleistenden Milchviehherden.

Die gesamte Reportage vom Rinderzuchtbetrieb Haring lesen Sie in LANDWIRT 5/2017.
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Aktualisiert am: 31.03.2017 11:19