Seltene Nutztiere ideal für extensive Beweidung

Ob auf Almen oder Hutweiden - wo Hochleistungsrassen bereits an ihre Grenzen stoßen, können angepasste, regionale Rinder- und Schafrassen ihre Vorzüge ausspielen.
Alpine Steinschafe sind für Beweidungsprojekte auf Almen gut geeignet. Foto: Jaritz
Alpine Steinschafe sind für Beweidungsprojekte auf Almen gut geeignet. Foto: Jaritz
Viele Almflächen liegen auf Plateaus, die oft nur über steile, schmale Steige zu erreichen sind. Großrahmige Fleischrinder oder feinknochige Milchkühe sind in diesem Gelände nicht die Idealbesetzung. Solche Rinder brauchen einerseits eine energiereiche Ration um die Milch- und Fleischleistungen erbringen zu können, für die sie gezüchtet wurden. Andererseits fehlen ihnen oft wichtige Eigenschaften wie Trittsicherheit und Genügsamkeit, die kleinrahmige, weniger hochspezialisierte Rassen auszeichnen. Es ist kein Zufall, dass die meisten Tuxer, Original Braunvieh oder Grauviehviehrinder in den alpinen Regionen Tirols und Vorarlbergs gehalten werden. Über Jahrhunderte entwickelten diese Rassen harte Klauen und passten sich der kargen, aber abwechslungsreichen Futtergrundlage in den Bergregionen an. DI Günter Jaritz von der Naturschutzabteilung des Landes Salzburg hat bei Bewedungsprojekten die Erfahrung gemacht, dass alte Rassen durch ihre Genügsamkeit und Robustheit besser mit der extensiven Futtergrundlage im Hochgebirge umgehen können als Leistungsrassen.

Almweiden in Gefahr

Almflächen, die beweidet werden, sind artenreich und vielfältig. Vielerorts wird die Nutzung dieser Flächen eingestellt, weil die Beweidung zeitaufwändig und anstrengend ist. Die Nachschau nach den Tieren und den Zäunen sowie zunehmende Tierverluste durch große Beutegreifer wie Wolf oder Bär veranlassen die Landwirte dazu, sich gegen den Auftrieb zu entscheiden. Das beeinflusst die Artenvielfalt und das Landschaftsbild in den Almregionen. Werden aufkommende Büsche und Sträucher nicht mehr verbissen, wachsen die offenen Almweiden zu. Mit gezielten Beweidungsprojekten soll den Landwirten Unterstützung geboten werden, diese traditionelle Form der Tierhaltung weiter zu betreiben. Jaritz sagt: "In Kombination mit Direktvermarktung und den ÖPUL-Prämien für Alpung und Haltung gefährdeter Nutztierrassen ist diese Form der Weidehaltung durchaus interessant."

Mehr über das Beweidungsprojekt im Naturpark Riedingtal im Salzburger Lungau lesen Sie in LANDWIRT 19/2018.
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Aktualisiert am: 24.09.2018 18:08