Selbstversorgung mit eigenem Holz

Für Österreich als eines der waldreichsten Länder liegt insbesondere im Einsatz von Biomasse eine Riesenchance. Das Ergebnis einer Studie zeigt ein realistisches Potenzial an Biomasse von jährlich 25 bis 28 Mio. Erntefestmeter bis 2020 auf, das wären um 40 bis 55% mehr als in den vergangenen Jahren.
Das Potenzial an Biomasse in Österreich ist groß, von Regierungsseite will man es nutzen und spricht von nötiger Holzmobilisierung im Kleinwald. Klingt in der Theorie gut, in der Praxis aber hakt es aber mit der Holzbereitstellung oft am niedrigen Holzpreisniveau.
Das Potenzial an Biomasse in Österreich ist groß, von Regierungsseite will man es nutzen und spricht von nötiger Holzmobilisierung im Kleinwald. Klingt in der Theorie gut, in der Praxis aber hakt es aber mit der Holzbereitstellung oft am niedrigen Holzpreisniveau.
Damit könnten rund 1,1 Mrd. Kubikmeter Gas eingespart werden könnte, das entspricht einem Viertel des Gasimports aus Russland ", berichtete Landwirtschafts- und Umweltminister Niki Berlakovich in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Direktor des Forschungszentrums Wald, Harald Mauser.


Holzvorrat in Österreich nimmt zu
"Der Holzvorrat in Österreichs Wäldern nimmt seit Jahrzehnten zu, im Erhebungszeitraum 2000/02 waren es gut 1 Mrd. Vorratsfestmeter. Der Zuwachs übertrifft auch die Nutzung bei Weitem, erst seit dem Jahr 2003 wird wieder mehr Holz dem Wald entnommen ", erläuterte Mauser. In den vergangenen Jahren (2003 bis 2007) seien dies im Schnitt rund 18 Mio. Erntefestmeter ohne Rinde gewesen. Ziel einer Studie sei es gewesen, die in den kommenden Jahren realistische und vor allem nachhaltig nutzbare Holzmenge zu berechnen.

Gesamteinschlag 25 bis 28 Mio. Erntefestmeter pro Jahr
Die Studie kommt zum Ergebnis, dass das Gesamtpotenzial an heimischer Biomasse bis zum Jahr 2020 in einer Brandbreite von 23,9 bis 31,1 Mio. Erntefestmeter mit Rinde beziehungsweise 20,5 bis 26,6 Mio. Efm ohne Rinde pro Jahr liegt. Die forstliche Biomasse kann daher bei maximaler Ausschöpfung rund ein Viertel zur Erreichung unserer 34%-Vorgabe der EU für den Anteil erneuerbarer Energie bis zum Jahr 2020 beitragen ", stellte Berlakovich fest.

Holzmobilisierung vor allem im Kleinwald

Damit diese Zahlen auch in die Praxis umgesetzt werden, gilt es nun, das zur Verfügung stehende Holz auch aus dem Wald zu holen und einer energetischen Verwendung zuzuführen. Das vom Lebensministerium ausgearbeitete "Aktionsprogramm Holzfluss " fördere viele konkrete Maßnahmen wie etwa die Erstellung von Waldbewirtschaftungsplänen, den Forststraßenbau, die Anschaffung von Geräten oder die Kooperation mit der Wirtschaft und sei bis 2013 mit EUR 100 Mio. ausgestattet. Vor allem im Kleinwald sei die Holznutzung noch deutlich steigerbar.


Unterstützung für Konsumenten

Im Rahmen eines Förderschwerpunktes des Klima- und Energiefonds wurden im Vorjahr 10.000 Biomasse-Heizkessel mit EUR 8 Mio. gefördert. Da hier nach wie vor große Nachfrage besteht, strebt Berlakovich eine Fortsetzung des Programms an. Der Umstieg lohnt sich für Konsumenten auch in finanzieller Hinsicht: Betragen die Brennstoffkosten für Erdgas rund EUR 1.900,- pro Jahr beziehungsweise für Heizöl EUR 1.600,-, so belaufen sich die Kosten für Hackgut nur auf rund EUR 800,-. Auch Gemeinden können im Rahmen der Umweltförderung eine spezielle Unterstützung für Biomasse-Projekte wie etwa Einzelanlagen oder Heizwerke in Anspruch nehmen.

Quelle: AIZ


Aktualisiert am: 29.01.2009 11:38
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