Schwerpunktthema: Sommergetreide

Frühjahrsdüngung mit Stickstoff stärker differenzieren
Frühjahrs-Herbizideinsatz in Wintergetreide
Frühjahrsdüngung mit Stickstoff stärker differenzieren

Die Topernte 2004 noch zu übertreffen, wird schwierig werden, ist aber aufgrund der Ausgangsbestände durchaus noch möglich, sofern dann rechtzeitig die Niederschläge kommen. Allerdings müssen ein paar Unterschiede berücksichtigt werden.

Auch heuer sind die Voraussetzungen für eine überdurchschnittliche Ernte gut.
Auch heuer sind die Voraussetzungen für eine überdurchschnittliche Ernte gut.
In diesem Jahr müssen wir mit einer Gratwanderung zwischen zu wenig und zu viel Stickstoff rechnen, letzteres vor allem auch unter dem Gesichtspunkt, dass im ÖPUL keine Wachstumsregler eingesetzt werden.
Die Startgabe in diesem Frühjahr muss sich deshalb orientieren
·an der Entwicklung (= Bestockung) der Bestände
·an den zur Verfügung stehenden Nmin-Vorräten
·an der zu erwartenden Stickstoff-Freisetzung, oder Stickstoff-Festlegung durch das Mais- bzw. Getreidestroh.
·Die Begrenzung des Stickstoffeinsatzes erfordert eine optimale Verwertung des Stickstoffs. Dazu gehört auch die Sicherung der Schwefelversorgung (20 - 30 kg S / ha).
·Es ist notwendig, der Entwicklung der Bestände, dem Stickstoffvorrat im Boden und der Stickstoffnachlieferung Rechnung zu tragen.
·Die Entwicklung der Weizenbestände rangiert zwischen kräftig entwickelt und gerade erst aufgelaufen.
·Insgesamt gesehen ist in diesem Jahr mit weniger Stickstoff aus dem Boden zu rechnen, der während der Bestockung und im Schossen zur Verfügung steht. Insbesondere nach Körnermais muss die temporäre Stickstoff-Festlegung durch das Maisstroh berücksichtigt werden.
·Wie die Spätdüngung mit Stickstoff zu gestalten ist, ist Inhalt eines Beitrages, der Anfang Mai erscheinen wird.

Autor: Dr. Hansgeorg Schönberger, Flensburg



Frühjahrs-Herbizideinsatz in Wintergetreide



Folgende Fragen können erst ab Vegetationsbeginn beantwortet werden: In welchem Zustand ist mein Bestand, welche Unkräuter könnten Probleme verursachen, ist ein Herbizideinsatz notwendig – wenn ja, wann ist der optimale Zeitpunkt, kann ich mit verminderten Aufwandmengen arbeiten und, falls keine Bekämpfung der Ungräser im Herbst erfolgte – sind Gräserherbizide sinnvoll?

Sulfonylharnstoffewerden über Blatt und Wurzel aufgenommen und wirken in äußerst geringen Aufwandmengen. Sie sind relativ temperaturunabhängig in ihrer Wirkung, wüchsige Witterungsbedingungen sind allerdings zu bevorzugen. Die besonders sorgfältige Reinigung der Spritzgeräte unmittelbar nach Beendigung der Applikation ist nötig, um keine Spritzschäden in anderen empfindlichen Kulturen wie zB Kreuzblütlern zu verursachen.

Ackerdisteln lassen sich mit Wuchsstoffen bekämpfen.
Ackerdisteln lassen sich mit Wuchsstoffen bekämpfen.
Sulfonylharnstoffe können mit einem Wuchsstoff kombiniert werden, wobei sich aber der Zeitpunkt der Applikation an dieser "wärmebedürftigeren" Wirkstoffgruppe orientiert.

Wuchsstoffe und wuchsstoffähnliche Herbizide benötigen unbedingt warmes, wüchsiges Wetter, ihre beste Wirkung entfalten sie im Temperaturbereich von 15 - 20 °C. Nachtfröste sollen vor, während und nach der Anwendung auf keinen Fall mehr auftreten. Vorsicht, Abdriftgefahr!

Die Kombination von Wuchsstoffen und Kontaktwirkstoffen bringt oft ein breiteres Wirkungsspektrum: Wichtig für eine rasche und sichere Wirkung der Kontaktherbizide sind warmes, sonniges Wetter und eine höhere Luftfeuchtigkeit zum Spritzzeitpunkt:

Die Kombinationsvorteile eines bodenwirksamen Herbizides mit einer Kontaktkomponente werden nur bei entsprechenden Witterungsbedingungen (genügend Feuchtigkeit!) wirksam.

Der Schwerpunkt für den Einsatz von Gräserherbiziden liegt in den Winterungen bei Windhalm. Wie auch der Ackerfuchsschwanz, der, im Gegensatz zu Deutschland (wo er ein massives Resistenzproblem darstellt) regional ein wenig an Bedeutung zunimmt, kann der Windhalm bei verabsäumter Herbstherbizidanwendung Schwierigkeiten bereiten.

Autor: DI Eva Hain, AGES, Wien


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Aktualisiert am: 18.02.2005 15:51
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