Schwerpunkt: Was bringt die GAP-Reform für die österreichische Milchwirtschaft?

Am 26. Juni 2003 bzw. formal am 29. September 2003 beschlossen die EU-Landwirtschaftsminister die GAP-Reform. Im vorliegenden Beitrag wird diese Reform aus österreichischen Sicht eingehend beleuchtet. Im Einzelnen werden die Ergebnisse der Beschlüsse präsentiert und mit den Kommissionsvorschlägen sowie mit der AGENDA 2000 verglichen, die Entwicklungen von Erzeugerpreisen, Milchquotenpreisen etc. eingeschätzt sowie einzelbetriebliche Berechnungen vorgestellt. Damit soll eine Grundlage für weitere Diskussionen geschaffen werden.

Durch die Reform soll die Produktion noch stärker an den Bedürfnissen des Markte ausgerichtet werden.
Durch die Reform soll die Produktion noch stärker an den Bedürfnissen des Markte ausgerichtet werden.

Bei unveränderter Produktionstechnik und/oder ohne Ausweitung der Produktion nimmt das Einkommen nach Umsetzung der GAP-Reform ab, falls der Erzeugermilchpreis um mehr als 15 % absinkt.
 Die Kalkulationen zeigen deutlich, dass die Milchproduktion durch die kürzlich vereinbarte Reform großteils eine Verbesserung gegenüber den Beschlüssen von Berlin (Agenda 2000) erfährt.
 Der Einkommensrückgang lässt sich durch betriebliche Maßnahmen ausgleichen: Wachstumsmöglichkeiten müssen jedoch gegeben sein.
 Die Wirtschaftlichkeit von Produktionsausweitungen nimmt etwas ab. Vor Wachstumsinvestitionen muss noch eingehender geprüft werden, ob die Voraussetzungen für Bestandesausweitungen vorhanden sind (geringe Wachstumskosten).
 Wie anhand von Beispielen gezeigt, können Wachstumsschritte auch nach Umsetzung der GAP-Reform zu einer Erhöhung des Einkommens und zufriedenstellender Arbeitsverwertung führen; gutes Betriebsmanagement vorausgesetzt.
 Der Umstieg auf die Mutterkuhhaltung bleibt als Alternative bestehen, da die Mutterkuhprämie weiterhin an die Produktion gekoppelt wird.
 Die Entkoppelung von einem Großteil der Rinderprämien (Sonderprämie für männliche Rinder, Extensivierungsprämie, 60 % der Schlachtprämie) könnten neue Möglichkeiten für die Betriebsentwicklung eröffnen. Jedoch ist die Wirtschaftlichkeit von Produktionsänderungen genau zu prüfen.

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Aktualisiert am: 19.11.2003 14:15
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