Schwerpunkt Technik

Pflugschare im Härtetest
AutoTrac versetzt Bäume
Hightech aus Südamerika
Landwirt Spezial zeigt Wirkung

Pflugschare im „Landwirt“-Härtetest

Wie viele Hektar kann man mit einem originalen, „nachgebauten“ oder aufgeschweißten Pflugschar pflügen? Gemeinsam mit der BLT Wieselburg haben wir drei Varianten untersucht und sind dabei auf interessante Ergebnisse gestoßen.

Sand und Steine schleifen die Schare schnell ab.
Sand und Steine schleifen die Schare schnell ab.
Mit den im Bereich des Schnabels aufgeschweißten Scharen konnten unter den extremen Bedingungen keine längeren Standzeiten erzielt werden, da die hinteren zwei Drittel des Schares verschlissen waren. Unter so trockenen Verhältnissen wie im Sommer des Vorjahres müsste zusätzlich die gesamte Schneide aufgeschweißt werden. Dann sollten auch wesentlich längere Standzeiten erzielt werden, wie es die noch deutlich ausgeformten Schnäbel beim Versuch 1 und dessen Wiederholung zeigen.
Die Ausgangslage der Originalschare von Vogel & Noot und der „Nachbauschare“ von Frank Stahl sind unterschiedlich. Die Vogel & Noot Schare haben eine andere Form und sind um etwa 440 g schwerer. Zusätzlich zu den Grundrissdarstellungen wie sie in der Tabelle abgebildet sind, wurde vom Testteam der BLT Wieselburg an sechs definierten Stellen die Materialstärke gemessen. Das Ergebnis zeigt, dass die Standzeit nicht nur vom Material, sondern auch von der Formgebung stark abhängig ist. Der Materialverlust bei Versuch 2 war bei den Vogel & Noot Scharen und auch bei den Frank Stahl Scharen nahezu gleich groß. Stellt man von der praktischen Seite betrachtet eine Querverbindung zwischen Versuch 1 und Versuch 2 inklusiv deren Wiederholungen her, sieht man, dass mit den Vogel & Noot Scharen die Hektarleistung höher ist. Sonderbar ist allerdings, dass das Vogel & Noot Schar in der Anfangsphase wesentlich stärker verschleißt als in der Schlussphase.


AutoTrac versetzt Bäume

Das automatische Lenksystem AutoTrac von John Deere hat beim ersten Praxiseinsatz in Österreich überzeugt.

Alle für den Fahrer relevanten Informationen sowie die genaue Position werden auf dem AMS-Terminal von John Deere angezeigt.
Alle für den Fahrer relevanten Informationen sowie die genaue Position werden auf dem AMS-Terminal von John Deere angezeigt.
Ganz entspannt sitzt der Obstbauer Walter Schiefermüller in der Kabine eines John Deere 6620. Seine Hauptaufgabe ist es, die Überwachung der Maschine und die Koordination von zehn Mitarbeitern, die die jungen Apfelbäume zum Setzpflug bringen. Etwa alle drei Sekunden muss ein Baum im richtigen Abstand positioniert werden. Danach müssen die Bäume nur noch angetreten werden. Das Wichtigste für Obstbauer Schiefermüller ist, den Kopf frei zu haben für die wesentlichen Dinge. Die anstrengende Arbeit des exakten Lenkens erledigt der Traktor selbst. So gibt Schiefermüller auch während der zentimetergenauen Fahrt bereitwillig Auskunft: „Früher haben wir einen eigenen Mann für das Einmessen der Spiegel beim Laser gebraucht, das Lenken erforderte höchste Konzentration. Über Kuppen und ohne Sichtverbindung war es kaum möglich, gerade und vor allem parallele Reihen zu pflanzen. Mit AutoTrac kann ich mich darauf verlassen, dass später auch beim Pflanzenschutz die Reihen wirklich 3,5 Meter auseinander sind und genau zu den Arbeitsbreiten der Geräte passen.“


Hightech aus Südamerika

Brasilien hat das modernste John Deere Mähdrescherwerk der Welt. Auch die beiden in Österreich erhältlichen Modelle 1450 CWS und 1550 CWS kommen aus der Hightech-Schmiede Horizontina.

Auch die zwei in Österreich verfügbaren Mähdreschermodelle 1450 CWS und 1550 CWS laufen in Brasilien vom Band.
Auch die zwei in Österreich verfügbaren Mähdreschermodelle 1450 CWS und 1550 CWS laufen in Brasilien vom Band.
Die deutschen Einwanderer Schneider und Logemann gründeten 1945 das Mähdrescherwerk im Süden Brasiliens. Bereits 1965 produzierten die beiden den ersten selbstfahrenden Mähdrescher. Um weiterhin wachsen zu können und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern, sah sich SLC schon bald nach einem Partner um. Mit John Deere war man sich bei SLC sicher, den richtigen Partner gefunden zu haben. 1979 erwarb John Deere einen ersten Anteil von 20 % an SLC. Schon 1983 wurden die Maschinen „John Deere Grün“ lackiert und ein neues Logo kreiert. Nach dem 50-jährigen Geschäftsjubiläum im Jahr 1995 von SLC erwarb John Deere weitere 20 % der brasilianischen Firma. Schließlich wurde das Werk in Horizontina 1999 zur Gänze von John Deere übernommen. Ab diesem Zeitpunkt investierte John Deere kräftig in die Modernisierung des Werkes. In Horizontina werden sechs Mähdreschermodelle, sieben Traktortypen und die Einzelkronsämaschine für pfluglose Bestellung von John Deere gefertigt.


„Landwirt Spezial“ zeigt Wirkung

Das vom fortschrittlichen Landwirt herausgebrachte Landwirt Spezial „Breiter – schwerer- schneller: Mit Landmaschinen sicher im Straßenverkehr“, zeigt Wirkung. Erste Gesetzesänderungen sind in Kraft getreten.

Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h hat nach wie vor Gültigkeit, braucht aber nicht mehr angezeigt werden.
Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h hat nach wie vor Gültigkeit, braucht aber nicht mehr angezeigt werden.
Diese Broschüre ist nicht nur ein hilfreiches Nachschlagwerk für den Landwirt, sondern sie dient auch häufig als Informationsquelle für die Exekutive und als Beratung- und Diskussionsgrundlage für Ämter.
Mit der 49. Novelle der Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung (KDV) mit Wirksamkeit 18. März 2004 wurden für die Praxis bedeutende Abschnitte gestrichen.
Zusammenfassend betrachtet sind diese Änderungen eine insgesamt positive Novellierung für den Bauern, wodurch einige Grauzonen geregelt bzw. beseitigt wurden. Ein Weiterarbeiten in diese praxisgerechte Richtung ist zu unterstützen. So wäre zB auch die Erlaubnis zur Verwendung des orangen Drehlichtes beim Transport großer, schwerer, seitlich überstehender Geräte ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit.

Autor:
Aktualisiert am: 23.04.2004 12:46
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