Schwerpunkt Technik

Neueste Technik, aber ohne Experimente
Europäisches Netzwerk von CNH
New Holland, made in Austria
Anbaufeldhäcksler - eine Alternative zur Grassilageernte?



Neueste Technik, aber ohne Experimente

Ab Juli 2004 ist der neue Explorer von Same am Markt verfügbar. Der fortschrittliche Landwirt konnte bereits vorab einen Traktor der Nullserie Probe fahren.

Die Kabine hat einen ebenen Kabinenboden, der den Einstieg erleichtert. Das Platzangebot könnte besser sein.
Die Kabine hat einen ebenen Kabinenboden, der den Einstieg erleichtert. Das Platzangebot könnte besser sein.
Mit der Einführung der neuen Explorer nimmt Same Abschied von einer langen Tradition. Der neue Mittelklassetraktor besitzt keinen luftgekühlten, sondern einen wassergekühlten Motor. Zum Einhalten der neuen Abgasvorschriften waren aber auch noch andere Änderungen am Motor notwendig. So wird der Kraftstoff mittels einer Hochdruckeinspritzanlage über eine Fünflochdüse eingespritzt. Aber auch im Verbrennungsraum waren Änderungen erforderlich, die für eine saubere Verbrennung bei gleicher Leistung und gleichem Kraftstoffverbrauch sorgen. Dementsprechend bekamen die Kolben einen neuen Kolbenboden.
Alle drei Typen schöpfen ihre Leistung aus dem gleichen Vierzylindermotor mit vier Liter-Hubraum. Doch besitzen die beiden größeren Modelle zusätzlich einen Turbolader. Bei der von uns gefahrenen Maschine handelte es sich um einen Traktor der Nullserie. Er war eine Ausstellungsmaschine und hatte erst sehr wenige Betriebsstunden. Aus diesem Grund können wir leider auch keine Aussagen über das Leistungsverhalten des Motors machen. Aufgefallen ist jedoch, trotz der Hochdruckeinspritzanlage, der sehr ruhige Lauf des Motors.


Europäisches Netzwerk von CNH

In diesen Tagen werden die ersten in St. Valentin produzierten New Holland Traktore der neuen Serie TL-A ausgeliefert. Wir waren bei der Übergabe des ersten „Blauen“ aus St. Valentin dabei und haben uns auch über die einzelnen europäischen Produktionsstandorte informiert.

Die Case IH MXM Serie und New Holland Serie TM werden im CNH-Traktorenwerk Basildon (UK) produziert.
Die Case IH MXM Serie und New Holland Serie TM werden im CNH-Traktorenwerk Basildon (UK) produziert.
Die wichtigsten Traktorserien für den europäischen Markt hat CNH in den letzten zwei Jahren auf eine gemeinsame Plattform gestellt. Diese Plattformprodukte der Marken Case IH, New Holland und Steyr haben gemeinsame Hauptkomponenten und werden in den CNH-Traktor-Werken Basildon (England), Jesi (Italien) und St. Valentin (Österreich) zusammengebaut. Weiters besitzt CNH in Europa drei Kompenenten-Werke.
Jedes Traktorwerk hat die Kernkompetenz einer bestimmten Baureihe und wird je nach Auftragslage mit einer zweiten Traktorserie ausgelastet. Um möglichst rasch auf Änderungen des Absatzmarktes reagieren zu können, hat CNH den Produktionsablauf in den drei Werken weitgehend vereinheitlicht. Dies ist am Beispiel der vorjährigen Modernisierung des Montagebandes im Werk St. Valentin nachvollziehbar. Um den logistischen Aufwand gering zu halten, gehört es zur Konzernstrategie, möglichst dort zu produzieren wo sich die Traktoren auch absetzen lassen.


New Holland, made in Austria

Im traditionellen österreichischen Traktorenwerk St. Valentin wird es bunter. Die ersten Traktoren der überarbeiteten New Holland Serie TL-A sind vom Band gelaufen.

Neu sind auch die in der Serienausstattung erhaltenen schwenkbaren Kotflügel.
Neu sind auch die in der Serienausstattung erhaltenen schwenkbaren Kotflügel.
Mit der Vorgängerserie TL erzielte New Holland in Österreich im Vorjahr über 30 % des Gesamt-Absatzes – sie sind also wahre Schlüsselmaschinen für die österreichische Landwirtschaft. Schon beim ersten Blick fällt auf, dass der neue TL-A nicht nur das moderne Design der New Holland-Familie übernommen hat, sondern dass auch ein neuer Schriftzug und ein neues Logo die Motorhaube zieren.

Alle vier TL-A Typen werden von den neuen NEF-Motoren (New engine family Motore – siehe Artikel „Europäisches Netzwerk von CNH“), wie sie auch schon bei der TS-A Serie zum Einsatz kommen, angetrieben. Diese neue Motorgeneration hat einen Hubraum von 4,5 Liter und einen Drehmomentanstieg von bis zu 37 %. Das kleinste Modell der TL70A hat ein maximales Drehmoment von 280 Nm. Das bedeutet um 30 % mehr Drehmoment als beim Vorgänger, dem TL70. Auch bei den anderen drei Typen wurden die Motorkennwerte beachtlich verbessert. Die Nennleistung wurde bei allen Modellen um 3 bis 4 PS angehoben. Frischen Schmierstoff verlangen die neuen Motoren erst nach 600 Einsatzstunden.


Anbaufeldhäcksler – eine Alternative in der Grassilageernte?

An der BAL Gumpenstein wurden dazu auf einem Praxisbetrieb im Rahmen einer Diplom-Maturaarbeit der HBLA Raumberg Untersuchungen zu diesem Verfahren durchgeführt.

Die Kosten für die Ernte mit dem Anbauhäcksler sind im Verhältnis zu den anderen Erntesystemen (Ladewagen, Selbstfahr-Feldhäcksler) zu hoch. Nur sehr spezielle Rahmenbedingungen (Eigenmechanisierung sowieso vorhanden, Biogaserzeugung, …) machen einen sinnvollen Arbeitseinsatz mit dem Anbauhäcksler möglich.
Die Kosten für die Ernte mit dem Anbauhäcksler sind im Verhältnis zu den anderen Erntesystemen (Ladewagen, Selbstfahr-Feldhäcksler) zu hoch. Nur sehr spezielle Rahmenbedingungen (Eigenmechanisierung sowieso vorhanden, Biogaserzeugung, …) machen einen sinnvollen Arbeitseinsatz mit dem Anbauhäcksler möglich.
Auf zwei Praxisbetrieben wurde die Grassilage mit einem Scheibenradhäcksler als Anbaugerät der Fa. Kemper der Type Champion 2200 sowie Type 3000 (Versuch 2) geerntet. Mit zwei Transportfahrzeugen wurde die gehäckselte Silage jeweils zum Hof gefahren und auf Betrieb 1 mit einem 9 Tonnen Radlader verdichtet.
Die Ernteleistungen lagen bei 1,5 ha/h am Betrieb 1 und bei 2,6 ha/h auf dem Betrieb 2. Ein hoher Anteil an „Nicht-Häckselzeit“ durch lange Leerfahrten, Steh- und Fremdkörpersuchzeiten verursachte die niedrige Ernteleistung von 1,5 ha/h. Die Futterqualität wurde mit einer Ballensilage, die auf derselben Fläche geerntet wurde, verglichen und zeigte kaum Unterschiede. Das Futter der Häckslervariante erreichte einen um 0,7 Punkte niedrigeren pH-Wert, nämlich 4,5 zu 5,2. Im Energiegehalt konnten keine Unterschiede festgestellt werden.
Die Erntekosten pro Hektar ab Schwad inklusive Verdichtung sind um rund 25 Euro bei der Häckslervariante höher, nur bei einer Ernteleistung von 3,5 ha/h würden die Kosten gleich hoch sein. Auch die bessere Silierbarkeit und Nachbearbeitung des kurzen Futters im Futtermischwagen rechtfertigen den hohen Aufwand an Begleitfahrzeugen für diese Erntetechnik nicht. Die erzielten Ernteleistungen am Vergleichsbetrieb machen das Verfahren etwas interessanter, zumal das Kurzhalten der Futterpartikel für die Weiterverarbeitung in einer Biogasanlage Grundvoraussetzung auf diesem Betrieb ist.
Somit ist der Anbauhäcksler ein Ernteverfahren, das nur in speziellen Fällen betriebswirtschaftlich sinnvoll eingesetzt werden kann. Im Regelfall sollte man sich der bekannten Ernteverfahren bedienen.



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Aktualisiert am: 26.03.2004 09:41
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