Schwerpunkt Technik

Praxistest: Gaspardo Einzelkornsämaschine
Fahrbericht: New Holland TND-A/TNS-A
John Deere Auto Trac
Hydraulische Seitenstabilisierung
Interview: DI Klaus Pöttinger


Maissaat al dente
Die Einzelkornsämaschine Gaspardo MTE 300 wurde bei der letzten Frühjahrsbestellung auf einer Bestellfläche von 233 ha von unserem kritischen Testteam auf Herz und Nieren getestet.


Die Bedienung und Einstellung der Maschine weist viele praktische Details auf. Ein großer Düngerstreuer und eine leistungsstarke Befüllschnecke reduzieren die Standzeiten.
Die Bedienung und Einstellung der Maschine weist viele praktische Details auf. Ein großer Düngerstreuer und eine leistungsstarke Befüllschnecke reduzieren die Standzeiten.
Die Bedienung und Handhabung der Maschine ist in vielen Details gut gelöst. Der Antrieb der Säelemente erfolgt über eine Kardanwelle. Mit der Körnerablagegenauigkeit waren alle Testfahrer zufrieden. Zwischen den beiden Säscheiben und den V-Andruckrollen werden die Körner mit einer zusätzlichen Stahlrolle angedrückt. Bei feuchten Säbedingungen lässt sich diese wegklappen. Auf Grund starker Verschleißerscheinungen mussten die Abstreifer der Stahlrolle während des Tests ausgetauscht werden. Auch die zweite Garnitur zeigte deutliche Verschleißerscheinungen. Mit dem großen durchgehenden Düngerstreuer und der Befüllschnecke waren die Testfahrer sehr zufrieden. Für die Umstellung des Spuranzeigers von Transport- auf Arbeitstellung muss man vom Traktor absteigen, und sie geht nur kraftaufwendig. Die Klapptechnik selbst hat uns wiederum überzeugt.
Die Schläuche und Kabel waren vorbildlich verlegt. Mit dem Teleskoprahmen gab es keine Probleme. Das Gebläse war leise.


Neuer Allround-Star
New Holland hat auf der Agritechnica die überarbeiteten Traktoren der Serie TND-A und TND-S vorgestellt. Ob sich neben dem ansprechenden Design noch mehr verändert hat, wollten wir mit einem Fahrbericht klären.


In wenigen Monaten laufen alle drei CNH-Marken dieses Plattformtraktors in Jesi vom Band.
In wenigen Monaten laufen alle drei CNH-Marken dieses Plattformtraktors in Jesi vom Band.
Erst im Sommer dieses Jahres hat New Holland im stärksten PS-Segment die neue TS-A-Serie eingeführt. Vor kurzem sind auch die ersten Traktoren der neuen TND-A und TND-S Serien vom Band gelaufen. Wir waren im italienischen Traktorenwerk Jesi und sind die ersten Traktoren Probe gefahren. Neben der neuen DesignCharakteristik von New Holland haben wir auch einige technische Verbesserungen festgestellt. Der Unterschied zwischen den TND-A und TNS-A Baureihen liegt in der Achse. TND-A-Modelle sind mit einer starren Standardachse und einer elektrohydraulischen Allradschaltung ausgestattet. Die TNS-A Typen sind mit der bekannten SuperSteerTM-Achse und einer automatischen Allradschaltung ausgestattet. Ein Einschlagwinkel von 76° ist im Traktorenbau einzigartig. Der Wendekreis dieser Traktoren beträgt laut Hersteller nur 3,42 m. Die automatische Allradschaltung schaltet den Allradantrieb beim Wenden und bei geringem Zugkraftbedarf ab und sobald es die Bedingungen erfordern wieder ein.
Die Achsen werden im CNH-Werk in Modena gefertigt. Die Achsschenkel sind nicht wie bei der Vorgängerserie mit einer Spurstange verbunden, sondern werden mit einem hinter der Achse liegenden Gleichlaufzylinder gelenkt. Der Radstand bei den TNS-A Traktoren ist um 310 mm länger. Der Mehrpreis für die TNS-A Modelle beträgt etwa 2.500,– Euro. Alle Modelle sind auch als Hinterradmaschinen erhältlich.


Von guter Hand gelenkt
Landmaschinen werden von Jahr zu Jahr intelligenter. Seit wenigen Monaten bietet John Deere für seine Traktoren von 80 bis 500 PS die automatische Lenkung „Auto Trac“ an. „Auto Trac“ führt den Traktor bei Tag, Nacht, Nebel und Staub viel exakter, als es der Mensch könnte.


In der Fahrspur wird der Traktor von Satelliten gelenkt. Der Fahrer ist nur für das Wenden am Vorgewende zuständig.
In der Fahrspur wird der Traktor von Satelliten gelenkt. Der Fahrer ist nur für das Wenden am Vorgewende zuständig.
Zur Komfortsteigerung setzt sich in jüngster Zeit auch in der Landwirtschaft immer mehr Elektronik durch. Dabei werden vor allem zwei Systeme in Zukunft noch mehr an Bedeutung gewinnen. Zum einen handelt es sich um die elektronische Gerätesteuerung Isobus. Dieses System ermöglicht eine Kommunikation zwischen Arbeitsgerät und Traktor, wobei derzeit die Steuerung des Geräts noch über den Anwender erfolgen muss. In Zukunft ist jedoch eine optimale Abstimmung des Traktors zum Arbeitsgerät und umgekehrt denkbar. Hier wären die Eingriffe des Fahrers klein, da das System die Anpassungen im Feld selbst vornimmt.
Bei der zweiten Anwendung handelt es sich um Precision Farming. Zwar hat die Satelliten gestützte Aussaat, Düngung usw. durch die sich jährlich ändernden Anbaubedingungen kaum eine große Zukunft, dafür das Nebenprodukt von diesem System, nämlich die Lenkhilfen, umso mehr. In erster Linie handelt es sich dabei um Parallelfahrhilfen. Doch werden zukünftig auch die automatischen Lenksysteme an Bedeutung zunehmen, insbesondere da John Deere diesen Sommer eine solche Anwendung nach dem Raupenschlepper auch für Radtraktoren anbietet.


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Aktualisiert am: 29.12.2003 16:57
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