Schwerpunkt Technik

Praxistest Case IH JX 1090U
Fahrbericht Deutt-Fahr Agrotron K-Modelle
Praxistest Accord Optima NT, Nachtrag
Fahrbericht Aebi TT 170

In allen Punkten Maxxima(l)…



…ist die Beurteilung des Traktors Case IH JX1090U nicht ausgefallen. In Summe betrachtet ist es aber eine robuste, kompakte Maschine für das Grünland und für den gemischten Landwirtschaftsbetrieb zB als Pflegetraktor.

Der Motor hat im unteren Drehzahlbereich hohe Steherqualitäten. Der Drehmomentanstieg beträgt 47 %. Der Durst ist überdurchschnittlich hoch.
Der Motor hat im unteren Drehzahlbereich hohe Steherqualitäten. Der Drehmomentanstieg beträgt 47 %. Der Durst ist überdurchschnittlich hoch.
Der JX1090U mit einem Eigengewicht von etwa 4300 kg bietet ein gutes Gewichts-Leistungsverhältnis. Je nach Ausstattungsumfang kann er für alle Einsätze eine interessante Alternative sein. Der großvolumige 4-Zylinder-Motor hat im unteren Drehzahlbereich ein hervorragendes Durchzugsverhalten. Der Spritverbrauch liegt über dem Durchschnitt. Das für die Praxis gut abgestufte 2-fach-Lastschaltgetriebe mit einer gut dosierbaren PowerShuttle-Funktion erreichte nur eine Endgeschwindigkeit von 35 km/h. Bei der Hydraulikleistung braucht der JX1090U keinen Vergleich zu scheuen. Der gute Gesamteindruck der Kabine durch eine ausgezeichnete Rundumsicht und einem großen Platzangebot wird durch die teils mangelnde Verarbeitungsqualität etwas getrübt. Wir sind gespannt, ob die CNH-Konstrukteure bei der nächsten Überarbeitung dieses Modells den guten Gesamteindruck dieses Traktors weiter verbessern werden.

Autor: Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau





Neue Koryphäe in der Mittelklasse

Das Marktsegment von 90 bis 120 PS besticht durch die höchsten Verkaufszahlen, und hier greift Deutz-Fahr mit 4 neuen Modellen an. Die bisherigen Platzhirsche werden sich gehörig ins Zeug legen müssen, um ihre Marktanteile zu verteidigen.

Neben der tollen Rundumsicht bietet die Agrotron-Kabine bei Frontlader-Arbeiten auch freie Sicht nach oben.
Neben der tollen Rundumsicht bietet die Agrotron-Kabine bei Frontlader-Arbeiten auch freie Sicht nach oben.
Bisher war Deutz-Fahr, die Premium-Marke der italienischen SDF-Group, in diesem PS-Segment mit den Modellen Agrotron 90, 100 und 110 vertreten. Diese drei Modelle wurden jetzt komplett überarbeitet und heißen ab sofort Agrotron K 90, K 100 und K 110. Ab November nach der Agritechnica wird diese neue Baureihe durch ein völlig neues 4-Zylinder-Modell, den K 120, nach oben erweitert. In diesem Leistungssegment war Deutz-Fahr bisher nur mit einem 6-Zylinder-Modell vertreten. Der K 120 hat ein niedrigeres Leistungsgewicht und eine um etwa 400 kg höhere Nutzlast. Die neuen Agrotron K-Typen werden mit zwei verschiedenen Ausstattungskonzepten angeboten: Agrotron K und Agrotron K ProfiLine. Mit der Erneuerung der kleinen Agrotrons erscheint nun die gesamte Agrotron-Baureihe von 90 bis 265 PS in einem einheitlichen, unverwechselbaren Design – dem Haifisch-Gesicht. Dass diese jungen „Haifische“ ab sofort im globalen Gewässer jagen werden, davon ist man bei Deutz-Fahr überzeugt.

Die neuen Agrotron K-Modelle sind HighTech-Produkte, die sich vor allem durch Einfachheit in der Bedienung und eine hohe Verarbeitungsqualität auszeichnen. Der bekannt gute Deutz-Motor und das Freisicht-Konzept der Agrotron-Kabine wurden nochmals verbessert. Wer glaubt, dass er mit einem gut abgestuften Getriebe und 3 Lastschaltstufen das Auslangen findet, sollte sich den neuen Agrotron K auf jeden Fall ansehen.

Autor: Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau



Neues Schar beseitigt Ablageprobleme

Bei unserem Praxistest (veröffentlicht Ausgabe 04/2005) hatte die Accord Optima NT große Probleme bei der Ablagegenauigkeit. Wie angekündigt, haben wir diese bei der diesjährigen Maisaussaat nochmals unter die Lupe genommen.

Durch kleine Änderungen am Säschar wurde die Ablagegenauigkeit auch für ungünstige Bedingungen optimiert.
Durch kleine Änderungen am Säschar wurde die Ablagegenauigkeit auch für ungünstige Bedingungen optimiert.
Schon beim Abladen der Maschine vom LKW waren wir überzeugt, dass es dieses Mal klappen wird, denn das Quereisen im unteren Bereich des Säschares fehlte bei dieser neuen Maschine. Dieses Quereisen hatte die Aufgabe, die Schare zu stabilisieren, denn auf schweren Böden und bei enger Kurvenfahrt kommt es ohne Verstärkung vor, dass sich die Schare leicht verbiegen. Dieses Problem wurde bei der neuen Maschine anderweitig gelöst. Zur Stabilisierung des Schares wurde jetzt im hinteren Bereich ein Blech eingeschweißt. Und das mit Erfolg, wie das Ergebnis der statistischen Auswertung der Ablagegenauigkeit durch die Landwirtschaftkammer Steiermark – Dr. Karl Mayer - zeigt. Es wurden alle sechs Säkörper mit jeweils drei Wiederholungen ausgemessen. Im Durchschnitt hatte das Gerät einen Variationskoeffizienten von 18,8 % - das ist ein guter Wert. Die Schwankungen zwischen den einzelnen Säkörpern sind nicht signifikant. Fehlstellen und Doppelbelegungen wurden kaum beobachtet. Mit einem Wort, die Ablagegenauigkeit der Accord Optima passt jetzt zum Namen.

Autor: Ing. Johannes PAAR, Bad Blumau

Kunststoffschale und Hightechkern

Der neueste Terratrac von Aebi ist gerade erst vom Band gelaufen. „Der fortschrittliche Landwirt“ konnte den TT 170 Probe fahren und hat eine Maschine angetroffen, die deutlich an Power zugelegt hat und auch funktionell und optisch überzeugt.

Die Hubkraft von 1900 kg hinten und 2000 kg vorne kann sich sehen lassen.
Die Hubkraft von 1900 kg hinten und 2000 kg vorne kann sich sehen lassen.
Beim ersten Anblick bietet der TT 170 ein vertrautes Bild mit seiner vierfach gleichen Bereifung, dem tiefen Einstieg in die Kabine und der «fehlenden» Motorhaube. Der brandneue TT 170 hat alles von seinem Vorläufermodell TT 80 geerbt, bietet aber eine Tonne Gewicht, fast eine Tonne Hubkraft an der Hydraulik und fast einen Meter Länge mehr. Damit hat er definitiv eher das Einsatzspektrum eines Traktors. Mit seinen 50 kW/68 PS aus dem Vierzylinder-Detroit-Diesel mit Direkteinspritzung steht er der Mittelklasse der Traktoren in nichts nach. Wobei Mittelklasse nur die Pferdestärken betrifft. Die Ausstattung des neuen Aebi ist absolut vom Feinsten. Neben der Vollsichtkabine, dem komfortablen, da fast ebenerdigen Einstieg und der serienmäßigen Klimaanlage ist vor allem das Handling erwähnenswert.

Mit Spritzgussverfahren lassen sich optisch formschöne und gleichzeitig funktionelle Teile herstellen. So lässt sich die ganze Seitenverschalung rechts mit nur drei Schrauben lösen. Und Kunststoffteile können bei einem Crash kostengünstig und rasch ausgetauscht werden, obwohl sicher viele Bauern bislang auch eine Beule im Blech mit dem Schweißbrenner wärmen und ausbeulen konnten. Der Motor ist gut zugänglich, die Filter sind leicht zu reinigen. Den Luftfilter unmittelbar oberhalb des Auspuffs sollte man allerdings vorsichtig abnehmen, sonst gibt es Brandblasen. Und der Sicherungskasten vor der Frontscheibe ist etwas exponiert. Wer dem Schmutz gerne mit dem Hochdruckreiniger zu Leibe rückt, sollte sich dort vorsehen. Alles in allem überzeugt der Aebi TT 170 nicht nur im Berggebiet, sondern eignet sich auch für Talbetriebe bestens.

Autor: Susanne MEIER, Männedorf (CH)


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Aktualisiert am: 22.07.2005 10:58
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