Schwerpunkt Technik

Edle Spätlese
Valtra A-Serie: Verbesserte Technik und neues Design
Revolution in der Silageernte
Mähdrescher mit IQ
Die Kabine ist leise, gut verarbeitet und gefedert. Das Platzangebot, die Übersichtlichkeit, der Aufstieg und die Luftführung der Klimaanlage sind hervorragend.
Die Kabine ist leise, gut verarbeitet und gefedert. Das Platzangebot, die Übersichtlichkeit, der Aufstieg und die Luftführung der Klimaanlage sind hervorragend.

Edle Spätlese

Beim Wein kommt das Beste zum Schluss. Ähnlich entwickelte sich der Agrotron von Deutz-Fahr. So ist diese Baureihe in den letzten Jahren extrem gereift. Trotzdem würden beim einen oder anderen Punkt ein paar Grade mehr nicht schaden.

Dass die Gesetzgebung auch auf das Aussehen der Traktoren einen Einfluss hat, beweist die neue Agrotron-Serie von Deutz-Fahr. So erregten die grünen Traktoren aus Lauingen vor Jahren großes Aufsehen wegen ihrer runden Form und der steil abfallenden Motorhaube. Bei der neuesten Serie von 108 - 163 PS fällt die Haube weniger steil ab und ist vorne wieder deutlich höher. Der Grund für diese Sinnesänderung bei Deutz-Fahr ist bei den neuen Abgasvorschriften zu suchen. So bedarf es zur Einhaltung der neuen Normen einer bedeutend größere Kühlleistung und somit auch größerer Kühler. Diese wiederum müssen auch Platz unter der Haube finden. Dementsprechend hatte Deutz-Fahr wohl mehr oder weniger gar keine Wahl und musste die Haube vergrößern, wobei aber auch damit zu rechnen ist, dass mit zunehmender Verschärfung der Vorschriften noch der eine oder andere diesem Beispiel folgen wird. Im Test hat die Haube nicht gestört, eher das Gegenteil war der Fall, denn durch die neue Haube bekommt der brave Deutz etwas mehr Biss.

Getriebe ohne Schnickschnack
Das Getriebe stammt von ZF. Es ist altbekannt und verfügt über sechs Gänge mit vier Lastschaltstufen. Zudem handelt es sich um ein Wendegetriebe und alle Gänge stehen sowohl vorwärts, als auch rückwärts zur Verfügung. Leider verzichtet Deutz in dieser Klasse nach wie vor auf eine Automatisierung der Lastschaltstufen. Dementsprechend muss der Fahrer auch jeden Gang selber schalten. Doch das klappt gut, denn die Schaltbarkeit des Getriebes wurde von allen Testfahrern gerühmt. Auch die Wendeschaltung bekam viel Lob für ihren präzisen und weichen Richtungswechsel. Im Hauptarbeitsbereich stehen dem Fahrer acht Geschwindigkeiten zur Verfügung.
Bei der Zapfwelle stehen serienmäßig vier Geschwindigkeiten bereit. Das ist sehr gut. Die Geschwindigkeiten lassen sich gut von der Kabine aus schalten.

Traumhafte Kabine
Ein großes Plus verdient der Agrotron für seine Kabine. Sie ist durch die großen Scheibenflächen hell und freundlich, aber vor allem auch übersichtlich. Das große Volumen sorgt dafür, dass selbst bei langen Arbeitstagen keine klaustrophobischen Anfälle zu erwarten sind. Wir haben gerne in der Kabine des Agrotrons gearbeitet, denn die Bedienung ist, abgesehen von dem etwas weit entfernten Gangschalthebel, griffgünstig. Und wer es hasst nicht, wenn in der Kabine ständig etwas klappert oder knirscht? Kein Problem beim Agrotron, denn die Verarbeitung ist gut gelungen. Es gibt einige praktische Ablageflächen, wobei auch ein großes Kühlfach vorhanden ist. Der Einstieg ist auf beiden Seiten groß dimensioniert und auch der Beifahrersitz ist akzeptabel. Die Türen lassen sich im Gegensatz zum Heckfenster leicht öffnen. Beim Schließen der Türen benötigt man etwas Muskelstärke. Noch ein Wort zu den Lärmemissionen. Die agroscope FAT hat beim Agrotron 75 dB(A) gemessen. Ein guter Wert, der das schöne Bild der Kabine abrundet.

Für die Praxis reif
Die Probleme der ersten Agrotron-Serie vor Jahren gehören mit dem neuesten Modell wohl endgültig der Vergangenheit an. Der Agrotron 118 muss sich vor keinem Vergleich mit dem Wettbewerb verstecken. Der Motor bot auf dem Prüfstand zwar praktisch keine Konstantleistung und der Verbrauch war nicht gerade berauschend, trotzdem zeigte er insgesamt gute Leistungswerte. Das Getriebe ist einfach und verständlich. Hervorzuheben wäre die gute Schaltbarkeit des Getriebes, sowie die gute Dosierung der Kupplung. Der Kraftheber ist enorm stark. Bei der Hydraulikleistung sollte Deutz-Fahr Austria dem Schweizer Beispiel folgen, und serienmäßig die 114 Liter Axialkolbenpumpe einbauen. Die beste Erinnerung hat das Testteam an die Kabine. Das Arbeiten in dem hellen und geräumigen Arbeitsplatz macht Spaß. Im Zusammenhang mit der Armlehnenbedienung würden wir unbedingt einen Drehsitz empfehlen, um unabwendbare Verspannungen des Gasfußes zu vermeiden.


Valtra A-Serie: Verbesserte Technik und neues Design
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Valtra hat der A-Serie mit dem modernen Valtra-Design ein neues Gesicht gegeben und mit neuer Technik die Bedienung und Sicherheit verbessert

Die neu gestaltete Motorhaube ist aus Kunststoff und lässt sich unterstützt von Gasfedern in einem Stück vollständig öffnen.
Die neu gestaltete Motorhaube ist aus Kunststoff und lässt sich unterstützt von Gasfedern in einem Stück vollständig öffnen.
Das serienmäßige 12V/12R-Getriebe mit mechanischer Wendeschaltung hat Valtra mit einer nassen Lamellenkupplung für die Allradschaltung ergänzt. Diese Allradkupplung wird elektrohydraulisch betätigt. Durch diese Neuerung ist es jetzt möglich, dass auch bei der A-Serie die Bremse auf alle vier Räder wirkt. Beim Betätigen der Bremse schaltet sich der Allrad automatisch zu. Außer der Allradkupplung lässt sich auch die Differentialsperre elektrohydraulisch per Knopfdruck einschalten. Die bekannte elektrische Kupplungsbetätigung HiShift ist nun auch für die Zapfwellenkupplung verfügbar.

Drei Kabinenvarianten
Neben der Standardkabine ist auch eine um 155 mm niedrigere Niedrigdachkabine verfügbar. Die Forstkabine hat im hinteren Bereich mehr Platz für die Beine und ein zweites Gaspedal. Der Fahrersitz lässt sich bei allen drei Varianten um 180° drehen. Eine Rückfahreinrichtung gibt es bei dieser Serie nicht.
In Summe betrachtet ist die neue A-Serie mit ihren technischen Neuerungen, ihren kompakten Abmessungen und natürlich auch durch das neue gefällige Design für die österreichische Landwirtschaft interessant geworden.



Revolution bei der Silageernte

Der kürzliche in Holland vorgestellte „Crop Heater“ verkürzt die Silierzeit und erhöht die Erntesicherheit. Es handelt es sich um die erste revolutionäre Neuentwicklung bei der Futtererntetechnik seit der Erfindung des Intensivaufbereiters.

Die Maschinenkosten liegen je nach Auslastung der Maschine bei etwa 75 Euro pro Hektar.
Die Maschinenkosten liegen je nach Auslastung der Maschine bei etwa 75 Euro pro Hektar.
Die ganze Anlage hat eine Länge von zirka zehn Meter und eine Breite von nicht ganz drei Meter. Dementsprechend entspricht die Maschine der Straßenverkehrsordnung und kann auch auf öffentlichen Straßen transportiert werden. Eine Doppelachse trägt die imposanten 9,5 Tonnen des „Crop Heaters“.

So funktioniert der „Crop Heater“
Unter der Maschine gibt es einen Rechen, der das Gras aufnimmt und nach oben wirft. Besonders ist dabei, dass der Hersteller bewusst auf eine konventionelle Pick up verzichtet hat, weil eine Pick up das aufgenommene Gras zu stark zusammenpresst. Es ist wichtig, dass der Schwad so luftig wie möglich in den Trockner gelangt. Weiter geht es über eine Haspel mit nur zwei Zinkenreihen. Das reicht aus, um das Gras zu einem Förderband hoch zu führen. Dieses Band transportiert das Gut in den Ofen, in dem das Gras auf mindestens 60° C erhitzt wird.
Das Förderband ist fast zehn Meter lang, läuft an der Maschinenoberseite nach hinten und wirft das behandelte Gras dort ab. Mitnehmer transportieren das Gut wieder nach vorne. Schlussendlich fällt das getrocknete Ernteprodukt hinter der Pick up wieder auf den Boden. Auf Grund dieses Erntegutflusses bleibt das Gras auch bei Kurvenfahrt ohne seitlichen Versatz in der Mähspur liegen.
Eine entnommene Probe zeigte einen Feuchtigkeitsverlust von 50 % innerhalb von wenigen Stunden. In der Praxis bedeutet dies, das windtrockenes Gras, welches beim Mähen plusminus 20 % Trockensubstanz hat, innerhalb weniger Stunden mit 35 – 40 % TS silierfertig ist.


Mähdrescher mit IQ

Die Leistungsfähigkeit eines Mähdreschers ist zu etwa einem Drittel vom Fahrer abhängig. Neue Elektroniksysteme in der kürzlich vorgestellten John Deere Mähdrescherserie 9000i können diesen Anteil erheblich reduzieren.

John Deere hat bei allen Modellen die Motorleistung um bis zu 8,5 % erhöht. Außerdem haben die neuen Motoren bei 200 U/min unterhalb der Nenndrehzahl eine Überleistung von bis zu 14 PS.
John Deere hat bei allen Modellen die Motorleistung um bis zu 8,5 % erhöht. Außerdem haben die neuen Motoren bei 200 U/min unterhalb der Nenndrehzahl eine Überleistung von bis zu 14 PS.
Das von den Traktoren bekannte satellitengestützte automatische Lenksystem AutoTrac gibt es nun auch beim Mähdrescher. Mit wenigen Knopfdrücken ist das System eingestellt und aktiviert. AutoTrac führt das Schneidwerk zentimetergenau Stunde für Stunde, und Tag für Tag an der Bestandeskante entlang. Das Ausnutzen der vollen Schneidwerksbreite sorgt für einen gleichmäßigeren Gutfluss und erhöht neben der Maschinenleistung auch die Korn- und Strohqualität. Der Fahrer hat nur mehr die Aufgabe an Hindernissen vorbeizulenken und die Maschine am Ende des Feldes zu wenden. AutoTrac arbeitet auch bei Staub und in der Nacht mit der gleichen Genauigkeit wie am helllichten Tag. Mit dem Korrektursignal StarFire II von John Deere gibt der Hersteller eine Genauigkeit von +/- 10 cm an.

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Aktualisiert am: 29.09.2004 11:58
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