Schwerpunkt Technik

Edelstein vom Niederrhein
Neuer Grünlandprofi von MF
Ab 2006 gilt Stufe IIIA (Tier 3)
Edelstein vom Niederrhein

Zur letzten Agritechnica hat der Pflugspezialist Lemken sein Uni-Pendelrad mit einer hydraulischen Anschlagverstellung vorgestellt. Die Antworten auf den praktischen und wirtschaftlichen Nutzen dieser Neuerung und wie viel Schimmer der seit 1987 bekannte Vari-Opal noch hat gibt Ihnen das Landwirt-Testteam.

Der Vari-Opal 8, ausgestattet mit dem Streifenkörper BS 42 erzielte ein sehr gleichmäßiges Pflugbild.
Der Vari-Opal 8, ausgestattet mit dem Streifenkörper BS 42 erzielte ein sehr gleichmäßiges Pflugbild.
Die Vari-Opal Baureihe von Lemken sind Anbaudrehpflüge mit stufenlos verstellbarer Schnittbreite, von 22 bis 55 cm pro Körper. Somit lässt sich die Schnittbreite je nach Bodenbedingungen, Feuchtigkeitszustand, Saat- oder Winterfurche die gewünschte Krümelung bzw. Oberflächenbeschaffenheit stufenlos einstellen. Die Vario-Technik erleichtert natürlich auch das Auspflügen von Keilstücken, das Begradigen von Kurven oder das Vorbeipflügen von Masten und anderen Hindernissen. Die Verstellung der Schnittbreite erfolgt entweder von Hand aus mit einer Spindel, oder vom Traktorsitz aus mit einem doppeltwirkenden Hydraulikzylinder, oder wie in unserem Fall mit einem Memoryzylinder. Das hat den Vorteil, dass beim Wendevorgang vor dem Drehen des Pfluges der Rahmen eingeschwenkt wird. Nach dem Drehvorgang stellt sich die vor dem Drehvorgang eingestellte Schnittbreite wieder automatisch ein. Diese Rahmenschwenkung beim Drehen des Pfluges schafft mehr Freiraum zwischen dem Stützrad und dem Boden und reduziert die auftretenden Kräfte auf der Drehachse des Pfluges.



Neuer Grünlandprofi von MF

Drei neue Modelle der Serie 2400 komplettieren die neue Traktorenfamilie von Massey Ferguson. Damit ist MF auch in der 60 und 70 PS-Klasse wieder präsent. Exklusiv für Österreich konnten wir die erste Maschine Probe fahren.

In der LP-Ausführung beträgt die maximale Bauhöhe 2,32 m. Seitenauspuff und ausstellbare Frontscheibe sind Serie.
In der LP-Ausführung beträgt die maximale Bauhöhe 2,32 m. Seitenauspuff und ausstellbare Frontscheibe sind Serie.
Wie bei allen anderen MF-Traktoren bis 150 PS kommt auch bei den Neuen ein Perkins zum Einsatz. Alle drei Modelle haben 4-Zylinder-Turbomotoren der Perkins-Baureihe 800 unter der Haube. Der Kleinste dieser Kompaktserie, der MF 2430, leistet 49 kW/ 66 PS. Das von uns gefahrene mittlere Modell MF 2435 beziffert der Hersteller mit 55 kW/76 PS, das Spitzenmodell MF 2440 erreicht 60 kW/82 PS. MF gibt bei allen Traktoren die Leistung nach ISO an. Der Kraftstoff wird von einer mechanischen Verteilerpumpe eingespritzt. Die Motoren haben einen Hubraum von 3331 cm³ und eine Nenndrehzahl von 2500 U/min. Das maximale Drehmoment von 210 Nm, 235 Nm bzw. 253 Nm beim stärksten Typ erreichen die Motoren bereits bei 1600 U/min. Unsere ersten Praxiseinsätze mit dem Modell 2435 haben gezeigt, dass der Motor nicht nur elastisch, sondern auch spritzig ist.

Die neue Kabine bietet durch den Wegfall der B-Säule eine hervorragende Rundumsicht. Das Dachfenster lässt nicht nur viel Licht in die Kabine, sondern verbessert auch die Sicht beim Arbeiten mit dem Frontlader. Durch die Auspuffführung entlang des A-Holms lässt sich auch die Frontscheibe ausstellen. Die Kabine ist geräumig, hat einen fast ebenen Kabinenboden und für diese Leistungsklasse im Vergleich zu vielen Mitbewerbern einen brauchbaren Beifahrersitz. Ablageflächen haben wir allerdings vergeblich gesucht. Das Armaturenbrett mit seinen analogen und digitalen Anzeigen ist gut gelungen. Das Lenkrad ist teleskopierbar und im Neigungswinkel verstellbar. Die Anordnung des Gaspedals links von den beiden Bremspedalen finden wir allerdings etwas problematisch. Der Vorteil ist, dass man auch nach einem langen Arbeitstag beim Absteigen vom Traktor nicht wie ein Pinguin daher watschelt, wie dies bei so manchem Mitbewerber der Fall ist. Mit Arbeitsschuhen kann es allerdings durch die enge Anordnung von Gas- und Bremspedal passieren, dass man beim Runtergehen vom Gaspedal unter dem Bremspedal eingeklemmt ist. Bei überraschenden Bremsmanövern könnte dies eine Gefahr werden.



Ab 2006 gilt Stufe IIIA (Tier 3)

Bessere Motoren für weniger Abgas: Schon bald kommt wieder einen neue Abgasnorm und fordert viele Traktorenhersteller zum Handeln bei ihren Motoren. Wie ein Motor mit der neuen Norm aussehen kann, zeigt das Beispiel von John Deere.

Motorenkonstrukteure haben es heutzutage schwer. Denn die Abgasvorschriften für Motoren, speziell Dieselmotoren, ändern sich laufend und werden immer strenger. So verliert die erst im Jahr 2003 eingeführte Abgasnorm der Stufe II (entspricht der US-amerikanischen Abgasnorm Tier 2) für Motoren im Offroad-Bereich 2006 bereits wieder ihre Gültigkeit, und es dürfen ab diesem Zeitpunkt nur noch Motoren, welche die Abgasnorm der Stufe IIIA (in den USA Tier 3) erfüllen, in Traktoren eingebaut werden.

John Deere hat vier neue Motorentypen entwickelt, die auf den Namen PowerTech-Plus hören. Die Basis bilden der bekannte 4-Zylinder-Motor beziehungsweise der kleine 6-Zylinder- Motor. Mit 4,5 und 6,8 Liter Hubraum kommen sie vorzugsweise in den Traktoren zum Einsatz und decken dort auch einen hohen Leistungsbereich ab. Bei beiden Motoren wurde die maximale Leistung gesteigert. So bringt es der 4-Zylinder auf eine Leistung von bis zu 138 kW/185 PS, und das Feuerchen im 6-Zylinder bringt es auf 205 kW/275 PS.

Aktualisiert am: 01.09.2004 15:25
Die Konstrukteure versuchen pro Verbrennung mehrere Einspritzungen durchzuführen und so einen Kompromiss zwischen Effizienz und Emission zu finden.
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