Schwerpunkt Technik

Frischer Wind in der Kompaktklasse
Case IH wieder in den Weinbergen
4 Kurzscheibeneggen im Praxisvergleich
Frischer Wind in der Kompaktklasse

McCormick rundet seine Standard-Traktorbaureihen mit der neuen CX-L Serie nach unten ab. In wenigen Wochen soll die Produktion anlaufen. Wir sind die erste Serienmaschine Probe fahren.

Die neuen Maschinen der Serie CX-L sind ein Plattformprodukt des ARGO-Konzerns.
Die neuen Maschinen der Serie CX-L sind ein Plattformprodukt des ARGO-Konzerns.
Bei den Serien CX-L, CX und MC setzt McCormick auf Motoren von Perkins. Die neuen Kleinen von McCormick werden alle von einem 4-Zylinder turbogeladenen Motor angetrieben. Die neue CX-L Serie besteht aus drei Modellen. Der Kleinste in dieser Serie, der CX65L, leistet 49 kW/66 PS. Die Leistung des mittleren Modells CX75L beziffert der Hersteller mit 56 kW/ 76 PS, die des größten Typs CX85L mit 60 kW/ 82 PS. Die Nenndrehzahl dieser Motoren gibt der Hersteller mit 2.500 U an. Das maximale Drehmoment erzielen alle drei Motoren bereits bei 1.600 U/min. Der CX85L hat ein maximales Drehmoment von 253 Nm. Ein siebenflügeliger Viscolüfter sorgt bei Bedarf für ausreichende Kühlleistung.
Der gesamte Motor ist von einem Halbrahmen umgeben, der mit dem Getriebeblock verschraubt ist. Der obere Teil der Motorhaube lässt sich wie bei einem PKW nach oben öffnen. Für die täglichen Wartungsarbeiten ist dies auch genug. Schwierig wird es beim Reinigen der Kühler, wo ohne Schraubenschlüssel nichts mehr geht. Da sollte sich McCormick noch möglichst vor dem Serienstart etwas einfallen lassen. Gut zugänglich hingegen sind der Luftfilter und die Starterbatterie, die unmittelbar vor dem Kühler liegen.



Case IH wieder in den Weinbergen

Kürzlich stellte Case IH in Modena neue Schmalspurtraktoren vor. Wir waren vor Ort und konnten die ersten Modelle Probe fahren.

Bei Case IH heißen die beiden neuen Modellreihen JXN und JXV. Sie wurden speziell für den Einsatz in den Weinbergen (JXV), in den Obstplantagen und Baumschulen (JXN) konzipiert.
Bei Case IH heißen die beiden neuen Modellreihen JXN und JXV. Sie wurden speziell für den Einsatz in den Weinbergen (JXV), in den Obstplantagen und Baumschulen (JXN) konzipiert.
Die neuen 2,9 Liter-IVECO-Motoren kommen aus Turin. Sie sind mit einer Wasser-/Ölkühlung ausgerüstet. Der 44 kW/59 PS starke Saugmotor ist nur beim kleinsten Weinbautraktor JXV 1060 erhältlich. Die beiden stärkeren Turbomotoren leisten 53 kW/72 PS bzw. 56 kW/76 PS und werden sowohl in den Wein- als auch in den Obstbautraktoren eingebaut. Die neuen Motoren zeichnen sich nicht nur durch eine höhere Leistung aus, sondern Haben gegenüber den Vorgängermodellen einen wesentlich höheren Drehmomentanstieg. Dies konnten wir auch bei unseren ersten Fahreindrücken spüren.



4 Kurzscheibeneggen im Praxisvergleich

Mit den Kurzscheibeneggen von Amazone, Hatzenbichler, Lemken und Väderstad einen umfangreichen Praxistest absolviert. Die Geräte mussten, zum Teil unter härtesten Einsatzbedingungen, sowohl bei der Stoppelbearbeitung als auch bei der Saatbettbereitung zeigen was sie können.

Das Haupteinsatzgebiet der Kurzscheibeneggenkombination ist die flache Stoppelbearbeitung unmittelbar nach dem Mähdrescher.
Das Haupteinsatzgebiet der Kurzscheibeneggenkombination ist die flache Stoppelbearbeitung unmittelbar nach dem Mähdrescher.
Die Trendsetter in diesem für viele Hersteller neuem Segment der Bodenbearbeitung sind sicher die Firmen Evers und Väderstad. Der österreichische Importeur von den Evers Kurzscheibeneggen hat uns leider abgesagt, da er der Meinung ist, dass die Kurzscheibenegge nur für ganz wenige Betriebe eine Lösung ist. Auch diese Aussage wollten wir mit diesem Vergleichstest überprüfen. Das Haupteinsatzgebiet dieser relativ neuen Technik ist die flache Stoppelbearbeitung unmittelbar nach dem Mähdrescher. Die meisten Betriebe können ein Bodenbearbeitungsgerät aber nur dann wirtschaftlich einsetzen, wenn sie auch andere Aufgaben damit erledigen können.

Saatbettbereitung vor Maisanbau
Mit allen vier Testkandidaten legten wir Versuchsparzellen auf verschiedenen Böden mit unterschiedlicher Vorbearbeitung an.
Obwohl der Maiskeimling sehr stark auf die Rückverfestigung des Bodens reagiert, konnten zwischen den einzelnen Maschinen keine signifikanten Unterschiede in der Jugendentwicklung des Maises festgestellt werden. Wir sind der Meinung, dass die heutigen Einzelkornsägeräte die Körner so fest in den Boden andrücken, dass der Vorteil von einer guten Rückverfestigung nicht immer zum Tragen kommt. Bei trockenen Anbaubedingungen wie im Frühjahr 2003 lässt sich mit den von uns getesteten Kurzscheibeneggen ein gut rückverfestigtes Saatbett erzielen. Mit den runden Scheiben, wie sie bei der Amazone Catros zum Einsatz kommen, kann sehr flach gearbeitet werden. Die stark gezackten Scheiben des Lemken Rubin müssen für eine gleichmäßige Bearbeitung des Bodens etwas tiefer eingestellt werden. Dabei kann es vorkommen, dass zuviel feuchter Unterboden an die Oberfläche geholt wird. Die Hatzenbichler Disk und die gezogene Väderstad Carrier arbeiteten ähnlich gut wie die Amazone Catros. Die Kombination von Farmflexwalze und Saatstriegel bei Hatzenbichler hat ein Saatbeet ähnlich wie mit einer Saatbettkombination hinterlassen. In feuchten Jahren sind diese Geräte aufgrund ihres hohen Eigengewichtes und der schmierenden Wirkung der Scheiben sicher nicht für die Saatbettbereitung zu empfehlen.
Der Trägerrahmen Carrier von Väderstad hat den Vorteil, dass sich die Bodenbearbeitungswerkzeuge relativ einfach austauschen lassen. Der Crossboard-Vorsatz (Schleppzinkenreihe und Eggenzinkenreihe) schiebt je nach Einstellung einen kleinen Erdwall vor sich her. Das hat bei der Saatbettbereitung den Vorteil, dass die Felder besser eingeebnet werden.

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Aktualisiert am: 28.06.2004 13:04
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