Schweizerischer Bauernverband will verbindliche Regelungen im Milchbereich

Der Schweizerische Bauernverband kritisiert die fehlende Einigkeit betreffend die Milchverwertung und die Höhe der Erzeugerpreise.
"Die Regelung des Marktes muss auf nationaler Ebene erfolgen", fordert der Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV), Jacques Bourgeois.
"Die Regelung des Marktes muss auf nationaler Ebene erfolgen", fordert der Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV), Jacques Bourgeois.
Die Situation auf dem eidgenössischen Milchmarkt sei unbefriedigend. Trotz der Gründung der Branchenorganisation Milch gebe es zu wenig Einigkeit der Beteiligten, was die Frage der Milchverwertung und die Höhe der Erzeugerpreise betreffe, kritisiert der Direktor des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV), Jacques Bourgeois. Er fordert eine Verbesserung der gesetzlichen Bestimmungen, um die Festlegung von Preisen und Mengen verbindlich zu gestalten.
Im Mai 2009 wurde bekanntlich in der Schweiz die öffentlich-rechtliche Milchkontingentierung aufgehoben. Seither versucht die Branchenorganisation Milch (BOM), den Markt im Hinblick auf eine bessere Milchverwertung so gut es geht zu regulieren und wieder auszugleichen.

Wirbel um Preisanpassung
"Die unterschiedlichen Interessen und Visionen einiger Marktakteure stellen dieses Hauptziel nun wieder in Frage. Kürzlich hat eine aufgrund der Marktlage berechtigte Preisanpassung im Umfang von 3 Rappen je kg (umgerechnet 2,2 Cent) bei Industriemilch für Wirbel bezüglich ihrer Anwendung gesorgt. Die beiden wichtigsten Großverteiler im Lebensmittelhandel dieses Landes haben sich in der Sitzung der BOM bereit erklärt, diese Preiserhöhung umzusetzen und auf ihren Verkaufspreis zu übertragen", betont Bourgeois. Es sei für den Bauernverband daher unhaltbar, dass einige Marktakteure solche Beschlüsse wieder anzweifeln.
"Genau wie die Schwierigkeit, ein Marktgleichgewicht zu schaffen, verdeutlicht dieses Beispiel, dass die gesetzliche Grundlage zu schwach ist und bei der Anwendung des Systems zu großen Spielraum offen lässt", betont der SBV-Direktor. Er will bei der nächsten Session im Parlament einen Vorstoß unternehmen und verlangen, dass das Bundesgesetz über die Landwirtschaft angewandt und verstärkt wird.

Verträge vorschriftsmäßig abschließen
"Alle Akteure am Milchmarkt sind verpflichtet, die Verträge vorschriftsmäßig abzuschließen. Dies beinhaltet eine Festlegung der Mengen und des Erzeugerpreises für mindestens ein Jahr. Die Segmentierung des Marktes darf nicht der Bereitwilligkeit der Milchverarbeitungsbetriebe überlassen werden, welche die Regeln je nach Marktschwankung ändern. Ganz im Gegenteil, die Regelung des Marktes muss auf nationaler Stufe erfolgen. Bei solchen Bedingungen sollten die Instrumente der Branchenorganisation wieder genutzt werden, um ein besseres Gleichgewicht des Marktes zu erreichen", fordert Bourgeois.


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Aktualisiert am: 09.07.2010 07:47
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