Schweiz: SMP will Interessen der Milchbauern mit Vehemenz vertreten

Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) bekräftigen anlässlich ihrer Delegiertenversammlung ihre zentralen Forderungen zur Agrarreform 2014 bis 2017.
Unter den Schweizer Milchverkaufsorganisationen besteht ein harter Konkurrenzkampf mit entsprechendem Druck auf die Produzentenmilchpreise.
Unter den Schweizer Milchverkaufsorganisationen besteht ein harter Konkurrenzkampf mit entsprechendem Druck auf die Produzentenmilchpreise.
Auf der Delegiertenversammlung des Verbandes der Schweizer Milchproduzenten (SMP) in Bern nannte SMP-Präsident Peter Gfeller an den Tierbesatz gekoppelte Versorgungssicherheitsbeiträge auf dem Grünland, die Gleichstellung von Produzenten und Branchenorganisationen bezüglich der Allgemeinverbindlichkeit von marktbezogenen Selbsthilfemaßnahmen sowie die Ergänzung und Weiterführung der Bestimmungen zu den Milchkaufverträgen. Diese Punkte sind nach Gfellers Worten in der Botschaft des Bundesrates an das Parlament nur ungenügend berücksichtigt worden. Weitere Anliegen, etwa die Weiterführung der Zulagen für verkäste Milch und für silagefreie Fütterung in gleicher Höhe, seien hingegen bereits enthalten. Dennoch hat der SMP-Präsident starke Bedenken. Wenn im politischen Prozess keine klaren Korrekturen erkennbar würden, müsse das Szenario „Rückweisung an den Bundesrat“ ernsthaft in Erwägung gezogen werden.

Schweizer Milchproduzenten sind unzufrieden
In der Diskussion kam die Unzufriedenheit der Milchproduzenten mit der Marktsituation deutlich zum Ausdruck. Während im vergangenen Jahr die Milchproduktion in der Schweiz im Vergleich zu 2010 um 1 % angestiegen und diese zusätzliche Milch vorwiegend in wertschöpfungsschwache Segmente geflossen ist, besteht unter den Milchverkaufsorganisationen ein harter Konkurrenzkampf mit entsprechendem Druck auf die Produzentenmilchpreise. Gfeller rief den Delegierten in Erinnerung, dass weder die Branchenorganisation Milch (BO) noch die Milchüberschüsse, sondern die wirtschaftliche Situation der Milchproduzenten das größte Problem sei. „Um hier etwas zu verbessern, genügt es nicht, nett zu sein, sondern man muss die Interessen der Produzenten mit Vehemenz vertreten“, ergänzte SMP-Direktor Albert Rösti. Dass die Branchenorganisation Milch im letzten Jahr überhaupt - wie nun viel gerühmt - Marktentlastungsmaßnahmen durchgeführt habe, sei nur dank des Drucks der SMP und unter Mithilfe der politischen Diskussion zustandegekommen. Dies zeige, dass rein privatrechtlich die Branchenorganisation nicht in der Lage sei, das Problem der Milchproduzenten zu lösen. AgE


Aktualisiert am: 16.04.2012 14:13
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