Schweiz: „Preiskrieg“ unter den Viehzuchtverbänden

Unter den großen schweizer Viehzuchtverbänden steigt der Wettbewerb. Auch der Schweizerische Fleckviehzuchtverband senkt seine Tarife für die Milchleistungsprüfungen.
Die schweizer Zuchtverbände steigern den Preisendruck und somit auch den Wettbewerb untereinander.
Die schweizer Zuchtverbände steigern den Preisendruck und somit auch den Wettbewerb untereinander.
Mit einer Werbeoffensive will der Schweizerische Holsteinzuchtverband (SHZV) auf die Stärken der Holsteinrasse aufmerksam machen. In einem Werbetext in der „BauernZeitung“ hat der SHZV geschrieben, dass seine Tarife und Konditionen „wirklich am attraktivsten sind“. Jeder Züchter, der seine ganze Herde beim Schweizerischen Holsteinzuchtverband anmeldet, erhält Gratisdienstleistungen während dreier Monate.

Zemp: „Das Braunvieh scheut keine Konkurrenz“
Nationalrat Markus Zemp, Präsident des Schweizer Braunviehzuchtverbands (SBZV), sieht der Offensive des SHZV gelassen entgegen. „Wettbewerb ist gut, dadurch wird das Geschäft belebt.“ Auf die Behauptung, der Holsteinzuchtverband biete die Dienstleistungen zum günstigsten Preis an, kontert Markus Zemp: „Das Braunvieh scheut keine Konkurrenz und der SBZV hat die besten und günstigsten Dienstleistungen.“ Für Matthias Schelling, Direktor des Schweizerischen Fleckviehzuchtverbands (SFZV), ist grundsätzlich nichts dagegen einzuwenden, wenn der Holsteinzuchtverband Werbung für seine Dienstleistungen macht. Als problematisch erachtet der Direktor des SFZV jedoch, dass der Holsteinzuchtverband einerseits den Wunsch nach Zusammenarbeit mit den anderen Zuchtverbänden äußere und gleichzeitig einen „Preiskrieg“ inszeniere. Das vertrage sich nicht gut miteinander. Weiter sind die vom SHZV angebotenen Gratisdienstleistungen aus der Sicht von Direktor Schelling insofern problematisch, als die Beiträge des Bundes für die Viehzuchtförderung an die Mitfinanzierung der Züchter gebunden sind. „Im Zusammenhang mit den geplanten Sparübungen des Bundes sendet hier der SZH ein gefährliches Signal an die Politik aus“, hält Schelling besorgt fest.

Schelling kündigt Tarifsenkungen an
Direktor Matthias Schelling kündigte gegenüber der „BauernZeitung“ an, der SFZV werde die Tarife für die Milchleistungsprüfungen per 1. Januar 2010 senken: „Wir werden den Züchtern 400 000 Franken weniger verrechnen als bisher.“ Im Übrigen hielt Schelling fest, jeder Zuchtverband habe in bestimmten Bereichen die günstigsten Tarife. In diesem Sinn scheue der SFZV den Wettbewerb mit dem Holsteinzuchtverband nicht. Zudem eröffne die geplante Zusammenarbeit zwischen dem SFZV und dem Schweizerischen Braunviehzuchtverband beiden Verbänden ein enormes Potenzial. (Schweizer BauernZeitung)


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Aktualisiert am: 13.12.2009 13:48
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