Schweiz: Gentest weist Staph Aureus nach

Das Schweizer Forschungsinstitut Agroscope entwickelte einen Gentest, der den Erreger Staphylococcus aureus verlässlich nachweisen soll. Der Test liefert die Basis für Herdensanierungen und soll helfen, den Antibiotikaeinsatz zu reduzieren.
Mit dem neuen Gentest sollen Herden überwacht und verhindert werden, dass sich der Staphylococcus Aureus ausbreitet. (Foto: Archiv)
Mit dem neuen Gentest sollen Herden überwacht und verhindert werden, dass sich der Staphylococcus Aureus ausbreitet. (Foto: Archiv)
Der in der Schweiz und umliegenden Ländern vorkommende Subtyp Staphylococcus aureus Genotyp B (Staph. aureus GTB) ist hoch ansteckend und war bisher nur sehr unbefriedigend bekämpfbar. Die beste Methode zu seiner Ausrottung ist die Sanierung ganzer Herden. Als Schlüssel zum Erfolg soll ein Test dienen. Dieser kann auch prophylaktisch zur Herdenüberwachung eingesetzt werden und verhindert so, dass sich die Krankheit ausbreiten kann. Damit lassen sich Medikamentenverbrauch und die Kosten für die Betriebe senken. Forschende von Agroscope suchten einen Gen-Abschnitt, der spezifisch für den Erreger ist, um damit eine schnelle Analysemethode zu schaffen. Mit Genomvergleichen von verschiedenen Stämmen, die aus Euterentzündungen und andern Infektionen bei Mensch und Tier isoliert worden waren, konnten sie diesen spezifischen Genabschnitt erfolgreich bestimmen. Basierend darauf entwickelten sie einen neuen qPCR Test.

Routinetest für ganze Herden
Die Forscherinnen und Forscher testeten ein Sanierungsprogramm in einer Feldstudie auf neunzehn Betrieben in der Schweiz und verglichen dabei zwei Testmethoden. Ihren neuen Gentest verglichen sie mit dem klassischen Verfahren, bei dem Milchproben mittels Bakterienkultur untersucht wurden. „Beide Verfahren waren erfolgreich, aber der qPCR-Gentest ist wesentlich schneller, einfacher und kosteneffizienter“, meint der Agroscope Forscher Hans Graber. Die Resultate liegen schon nach einem Tag vor. Zudem ist der Test sehr empfindlich und erlaubt es, Staph. aureus GTB in der Ablieferungsmilch nachzuweisen. Damit können Herden erstmals einfach überwacht werden. Die Studie zeigte, dass alle Betriebe saniert werden können, unabhängig davon, ob sie große oder kleine Herden haben, unabhängig von der Rasse und vom Melksystem. Innerhalb von neun Monaten waren sämtliche Betriebe erfolgreich saniert, auch solche, bei denen mehr als 40% der Kühe GTB-positiv waren. Zentral war dafür die monatliche Milchuntersuchung jeder Kuh und deren Einteilung in GTB-frei, GTB-unklar und GTB-infiziert mit entsprechender Melkreihenfolge. Zusätzlich wurde die Melkanlage zweimal täglich nach Herstellerangaben gereinigt. Die kranken Tiere wurden gezielt mit Antibiotika behandelt, wobei die Antibiotikawahl primär aufgrund von genomischen Untersuchungen der in den Keimen vorhandenen Antibiotikaresistenzgene vorgenommen wurde. So konnten 93% der GTB-infizierten Kühe erfolgreich behandelt werden, auch ältere, was ein wesentlicher Fortschritt darstellt.

Aktualisiert am: 08.08.2018 13:29
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