Schweiz: Branchenorganisation legt Richtpreis für Milch fest

Der Vorstand der Branchenorganisation Milch (BO Milch) hat am Freitag wichtige Beschlüsse für den Schweizer Milchmarkt gefasst. Er hat den Richtpreis für Molkereimilch für die Periode Oktober bis Dezember 2009 bei 62 Rappen/kg (umgerechnet 41 Cent) festgelegt.
Weiters hat der Vorstand beschlossen, die Überhänge bei den Butterlagern
Die Schweizer Branchenorganisation Milch will Übermengen in Butterlagern reduzieren.
Die Schweizer Branchenorganisation Milch will Übermengen in Butterlagern reduzieren.
zu beseitigen und Maßnahmen zur marktgerechten Versorgung des Milchmarktes umzusetzen. Der Richtpreis für Molkereimilch für das letzte Quartal 2009 wurde vom Vorstand der BO Milch mit 62 Rappen (Basis: frei Rampe Verarbeiter, ohne MwSt.) fixiert. Damit konnte er im Vergleich zum 3. Quartal geringfügig (um 0,4 Rappen) erhöht werden. Diese Anhebung war aufgrund der etwas besseren Aussichten auf den internationalen Märkten möglich.

Richtpreis ist nur Empfehlung
Einen Richtpreis herauszugeben liegt gemäß Art. 8 des Schweizer Landwirtschaftsgesetzes in der Kompetenz einer Branchenorganisation. Es handelt sich allerdings um eine bloße Empfehlung. Der tatsächlich bezahlte Preis wird zwischen Verarbeitern und Produzenten ausgehandelt. Er liegt derzeit im Schnitt bei rund 60 Rappen und ist somit bei Weitem nicht kostendeckend. Die angespannte Situation bei den Butterlagern wird bereinigt. Dazu werden die Überhänge in der Größenordnung von 3.500 t abgebaut. Die Kosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf 20 Mio. Franken. Die Finanzierung soll über einen Beitrag des Bundes und der Rest je zur Hälfte über eine Abgabe der Verarbeiter auf zu Butter verarbeiteten Rahm sowie über einen Beitrag der Produzenten auf Basis der vermarkteten Milch erfolgen.

Mengenführungs-Modell soll rasch eingeführt werden
Der BO-Vorstand trat in seiner Sitzung auch für die rasche Umsetzung eines Modells zur Mengensteuerung ein, um Überhänge bei der Anlieferung in den Griff zu bekommen. Dazu soll ein dreistufiges Marktmodell mit Vertragsmilch, Börsen- und Abräumungsmilch realisiert werden. Die Vertragsmilch muss in mindestens 1-jährigen Verträgen kontraktiert werden. Bei den Preisverhandlungen wird der Richtpreis als Grundlage angewendet. Über diese Verträge wird Transparenz geschaffen. Milch, die nicht über mindestens 1-jährige Verträge gebunden ist, muss zwingend über die Milchbörse laufen. Zudem wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt, welche das System rasch in den Details konkretisiert. Darüber hinaus hat der Vorstand beschlossen, eine Abstufung der Verkäsungszulage nach Fettgehalt zu prüfen, ebenso soll der Fettgehalt für Konsummilch von 3,5 % auf 3,8 % erhöht werden. Damit will man einen Beitrag zur künftigen Fettverwertung leisten. (aiz)


Aktualisiert am: 24.09.2009 09:28
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