Schweinestall: Richtige Steuerung der Lüftung spart Geld

Sind Lüftung und Heizung richtig gesteuert, lässt sich bares Geld einsparen. Die Möglichkeiten beginnen bei halbvollen Stallabteilen. Bleibt die Lüftungsrate wie bei voller Belegung, wird zuviel Luft aus dem Stall transportiert.
„Im Winter kommt es dann zu einer nicht mehr ausgeglichenen Wärmebilanz im Stall. Das hat zur Folge, dass für eine kleine Restmenge von Tieren wieder geheizt werden muss.“ Geld, das sprichwörtlich zum Kamin hinaus geht. Werden Heiz- und Lüftungsanlage an die Belegdichte angepasst, lassen sich beim Ausstallen von 500 Mastschweinen aus einer 2000er Gruppe täglich 2,50 € einsparen. Geringere Lüfterleistung steht für geringere Heizkosten. „Je nach Umgebungstemperatur lässt sich zwei bis zehn Mal so viel Heiz- wie Lüftungsenergie einsparen.“ Ist die Lüfterleistung nicht weiter zu drosseln, kann ein Abluftschacht „abgeschiebert“ werden. Optimal sind für kleine Tiergruppen kleine Abteile, die separat gesteuert werden können. Mobile Heizungen liefern punktuell genau in den Abteilen Wärme, wo sie benötigt wird. Zu hohe Luftraten sind nicht nur im Winter im Hinblick auf die Heizenergie teuer. Im Sommer führt ein großer Luftaustausch zum Aufwärmen des Stalles, da viel warme Luft von außen in den Stall gelangt. Gerade im Winter arbeiten zwei Lüfter oft zuverlässiger als einer. Ein Lüfter kann ganz ausgeschaltet werden, wobei der zweite Lüfter im stabileren oberen Drehzahlbereich läuft. Bei niedrigen Drehzahlen arbeiten viele Lüfter ungenau. Für den Sommer gilt: Luftraten möglichst spät hochfahren, um ein frühzeitiges Aufheizen des Abteils zu verhindern.

Temperaturregelung richtig einstellen

Eng gewählte Regelbereiche führen in den Abteilen zu einem schnellen „Auf und Ab“. Für Endmast- oder große Zuchtschweine wird ein Regelbereich von 3 K empfohlen, für Ferkel oder empfindliche Tiere bis zu 6 K. Die Heizung wird über den Ein- und Ausschaltpunkt der Heizungsanlage geregelt. Je größer die Tiere sind, desto besser tolerieren sie Differenzen zwischen Soll- und Ist-Temperatur. Zu beachten ist: „Ein- und Auschalttemperatur müssen immer unter der Solltemperatur liegen.“ Ansonsten schaltet der Lüfter ein, um die über dem Sollwert liegende Wärme wieder aus dem Stall zu befördern. Der Abstand zwischen Soll- und Ist-Temperatur sollte bei großen Schweinen höchstens um 2 K, bei kleineren Schweinen höchstens um 0,5 bis 1 K abweichen. Und last not least ist es besser, bei zu kühlen Temperaturen den Sollwert zu erhöhen und nicht die Temperatur für die Heizungseinschaltung zu verändern.
(Quelle: „Richtige Steuerung spart Geld“ von Rolf Feldmann in SUS 6/09, S. 56 - 59)


Autor:
Aktualisiert am: 28.12.2009 07:35
Landwirt.com Händler Landwirt.com User