Schweineproduktion: So sparen Sie beim Füttern

Futterkosten gelten als die Hauptkostenstelle in der Schweineproduktion. Demzufolge ist hier auch ein großes Sparpotenzial zu finden. Wie einfach hier gespart werden kann, zeigen die folgenden Tipps.
Nur mit konkreten Ergebnissen aus Nährstoffanalysen lässt sich die Ration optimieren.
Nur mit konkreten Ergebnissen aus Nährstoffanalysen lässt sich die Ration optimieren.
Eine bedarfsgerechte Fütterung in Kombination mit der eiweißreduzierten Fütterung ist aus ökonomischen und ökologischen Gründen zu empfehlen. Eine Rohproteinabsenkung setzt richtige Verhältnisse im Bereich der Aminosäuren voraus, welche nur durch synthetische Aminosäuren erreicht werden können.
Neben den Kosteneinsparungen wird zusätzlich weniger düngungswürdige Fläche benötigt, da weniger Stickstoff pro gehaltenen Tier anfällt.
Mit einer Nährstoffuntersuchung der Hauptfutterkomponenten können optimal abgestimmte Futterrationen erstellt werden. Voraussetzung dafür ist eine präzise Rohnährstoffanalyse (Weender Analyse).

Futtermittelzusätze
Futtermittelzusätze bzw. Top-Dressings können die Rationen vor allem in der Zuchtsauenhaltung enorm verteuern. Dahin gehend ergeht seitens der neutralen Beratung der Appell, das Preis-Leistungsverhältnis genau unter der Lupe zu nehmen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht steht es nicht dafür, mehr Ausgaben zu tätigen als im Endeffekt Nutzen erzielt werden kann.

Einkaufsgemeinschaften
Bäuerliche Einkaufsgemeinschaften können durchaus deutliche Preisvorteile bringen. Erzeugerringe und Erzeugergemeinschaften haben diese Chance genutzt ihren Mitgliedern diese Serviceleistung anzubieten und damit Kosten in der Schweineproduktion einzusparen.

Futterverluste verringern
Durch schlechte oder schlecht eingestellte Fütterungsanlagen können erhebliche Futterverluste entstehen. Futterautomaten müssen so eingestellt werden, dass genügend Futter nachrieselt aber trotzdem Futterverluste vermieden werden. Planbefestigte Bodenelemente unter den Automaten verhindern, dass Futter sofort im Güllekeller landet. Bei 10 % Futterverlusten entstehen Mehrkosten von rund € 4,-- bis € 6,-- pro Mastschwein bzw. € 1,30 bis € 1,60 je erzeugtes Ferkel.

So sparen Sie bei der Fütterung:
• Leistung muss konstant gehalten werden
• Bedarfsgerechte Fütterung aufrecht erhalten
• Eiweißreduzierte Fütterung mit Ausgleich durch synthetische Aminosäuren
• Optimale Auswahl und Zusammenstellung der Futtermittel durch eine Nährstoffuntersuchung der Hauptkomponenten
• Zukaufszeitpunkt von Futtermitteln nach Preisentwicklung planen, Lagermöglichkeiten am Betrieb
• Preisvergleiche auf Basis von 100 MJ oder Kosten je gehaltenes Tier
• Einsatz von heimischen Eiweißalternativen unter Berücksichtigung der fachlich korrekten Einsatzmenge.
• Einkaufsgemeinschaften
• Preis-Leistungsverhältnis bei Futtermittelzusätzen muss stimmen
• Futterverluste verringern
• Teure Sonderfuttermittel in der Ferkelproduktion vermeiden
• Optimales Schlachtgewicht mit optimaler Futterverwertung in der Schweinemast

Autor: Ing. Manfred OBERER, SchweineBeratung Steiermark (SBS), Gleisdorf


Aktualisiert am: 28.07.2009 16:32
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