Schweinepreis auf Jahreshoch

Am deutschen und österreichischen Schweinemarkt sind schlachtreife Tiere derzeit so teuer zu bezahlen wie noch nie in diesem Jahr. Grillwetter und Fressunlust der Schweine treffen aufeinander. Hier lesen Sie die Markteinschätzung von deutschen und österreichischen Experten.
Die Preise für Schlachtschweine sind in der Woche zum 22. Juli in Österreich und Deutschland auf das vorläufige Jahreshoch gestiegen.
Die Preise für Schlachtschweine sind in der Woche zum 22. Juli in Österreich und Deutschland auf das vorläufige Jahreshoch gestiegen.
Die in Deutschland für den Kassamarkt maßgebliche Notierung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) stieg am vergangenen Freitag (19.7.) das zweite Mal in Folge um 6 Cent/kg an und kletterte somit auf ein neues Jahreshoch von 1,80 Euro/kg Schlachtgewicht (SG). In Österreich stieg die Notierung für Schlachtschweine ebenfalls, + 5 Cent konnten verzeichnet werden. Der aktuelle Basispreis für Mastschweine beträgt für die Woche vom 22.7. bis 28.7. 1,69 Euro/kg.
Auch in vielen anderen EU-Ländern wie Frankreich, Spanien, Dänemark und den Niederlanden befestigten sich die Schlachtschweinepreise weiter und notierten damit auf dem bisherigen Jahreshöchststand. In all diesen Ländern fiel das Schweineangebot saisonal nur unterdurchschnittlich aus, und der Bedarf der Schlachtbetriebe konnte oft nicht vollständig gedeckt werden.

Marktsituation Deutschland
Die VEZG geht davon aus, dass sich an dieser Marktsituation in absehbarer Zeit auch nicht viel ändern wird. Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) berichtete, dass die bei den Mästern zur Verfügung stehenden Partien intensiv umworben würden und teilweise Mengen vorgezogen werden müssten, um die rege Nachfrage der Schlachtbetriebe angemessen bedienen zu können. Angebotsverknappend mache sich zudem bemerkbar, dass sich Einkäufer aus Osteuropa verstärkt mit deutschen Schlachtschweinen eindecken würden. Der spürbare Anstieg der Schweinenotierung und das knappere Angebot führten laut Marktbeobachtern am Fleischmarkt zu höheren Abgabepreisen an den Handel. Zumindest gilt dies für die gegenwärtig gut gefragten Teilstücken aus dem Grillsortiment.

Marktsituation Österreich
Auch in Österreich zeigt sich der Schweinemarkt nach wie vor unterversorgt. Dr. Johann Schlederer von der VLV-Schweinebörse: "Bei allen Produkt- und Absatzschienen mit österreichischer Herkunftsgarantie konnten auch im Fleischhandel zufriedenstellende Spannen erzielt werden. Im internationalen Geschäft bleibt das Geldverdienen allerdings nur die Zielsetzung. Trotz auf Durchschnittsniveau gestiegenem Angebot konnte nicht jede Bestellung für kommende Woche bedient werden." Derzeit würden die Anzeichen auf Anhalten der freundlichen Verhältnisse überwiegen, so Schlederer. "Die Dynamik der positiven Preisentwicklung könnte aber durch weitere Sperren deutscher Exporteure nach Russland sowie weiterem Ferienbeginn bevölkerungsstarker Bundesländer in Deutschland etwas leiden", schätzt der VLV-Marktexperte die Situation ein.

Aktualisiert am: 23.07.2013 08:23
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