Schweinemast braucht keine Antibiotika

Wir brauchen gesunde Mastferkel, um wirtschaftlich zu produzieren und Antibiotika einzusparen. Dies liegt in den Händen des Ferkelerzeugers und jenen des Mästers. Wenn beide die richtigen Maßnahmen setzen, ist die antibiotikafreie Mast möglich.
Damit die Schweinemast ohne Antibiotika auskommt, müssen Ferkelerzeuger und Mäster die richtigen Maßnahmen ergreifen.
Damit die Schweinemast ohne Antibiotika auskommt, müssen Ferkelerzeuger und Mäster die richtigen Maßnahmen ergreifen.
Ferkel kommen frei von bakteriellen Infektionen zur Welt und werden erst nach der Geburt durch die Mutter, durch die schmutzige Umgebung oder durch ältere Ferkel infiziert. Der Ferkelerzeuger kann die Neugeborenen also aktiv vor Infektionen schützen. Das Hauptziel des Landwirts ist es, die gesund geborenen Ferkel bis zum Verkauf gesund zu erhalten. Solche immunologisch stabilen Mastpartien können die Mastdauer ohne Antibiotikaeinsatz überdauern.

Maßnahmen für den Ferkelerzeuger
Genetikzukauf und Biosicherheit
Ferkelerzeugerbetriebe müssen den Gesundheitsstatus ihrer Sauenherde laufend überprüfen. Bei Bedarf ist der Bestand durch Sanierungsmaßnahmen (bei PRRS, APP, Rhinitis, Leptospirose oder Brachyspiren-Dysenterie) zu stabilisieren. Geeignete Schritte können Impfmaßnahmen, antibiotische Behandlungen oder ein vollständiger Herdentausch sein. Die hermetische Abschirmung des Ferkelerzeugerbetriebes nach außen ist absolut notwendig. Zugekaufte Jungsauen, Eber und Samen müssen aus PRRS-freien Betrieben stammen. Wenn möglich, sollte der Jungsauen- und Eberlieferant auch frei von APP sein.

Autor: Dr. Wolfgang SCHAFZAHL, Fachtierarzt für Schweine sowie für Ernährung und Diätetik, Tierklinik St. Veit, St. Veit am Vogau

Weitere Maßnahmen, die Ferkelerzeuger und Mäster für eine antibiotikafreie Mast umsetzen können, lesen Sie in der LANDWIRT Ausgabe 19/2013. Gratis Probeheft bestellen.

Weiters in dieser Ausgabe:
  • Interview mit Matthias Quaing, Marktreferent der ISN (Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands)
  • Ferkelkastration: Was kann die Injektionsnarkose? (DI Ulrike MINIHUBER, Dr. Werner HAGMÜLLER, Dr. Sonja WLCEK)
  • Schweinefütterung: GVO-frei? (DI Mag. Veronika KOLAR, Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

Aktualisiert am: 19.09.2013 07:59
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