Schweinemast: Rentabilität im Schweinestall nur wenig verbessert

Für die Schweinemäster in der EU war 2008 erneut ein wirtschaftlich schwieriges Jahr. Die Mastbetriebe dürften nach den Berechnungen der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) lediglich im Zeitraum Juli bis Oktober eine Deckung ihrer Kosten erzielt haben.
Im Jahresmittel fiel die Rentabilität der Schweinemast nur geringfügig besser als 2007 aus. Zwar lag der Preis für Schlachtschweine der Handelsklasse E in Deutschland mit durchschnittlich 1,53 Euro je kg Schlachtgewicht (SG) 2008 um 0,22 Euro/kg höher als im Vorjahr; dieser Erlösanstieg reichte aber nicht, um die ebenfalls deutliche Verteuerung von Futtermitteln und Ferkeln zu decken.

Deutlicher Anstieg bei Futter- und Energiekosten

Aufgrund der relativ niedrigen Getreideernte 2007 waren die Preise für Mastschweinefutter seit August desselben Jahres stetig nach oben geklettert. Dieser Trend setzte sich bis zum Juli 2008 fort. Die bessere Getreideernte im vorigen Jahr führte dann wieder zu einer Entspannung auch des Futtermittelmarktes. Allerdings lagen die Futterkosten für die Mäster im Jahresmittel 2008 noch deutlich über dem Vorjahreswert. Darüber hinaus mussten sie höhere Energiekosten schultern.

Ferkelpreisentwicklung verlief 2008 "untypisch"

Die Entwicklung der Ferkelpreise verlief 2008 nach Darstellung der Bonner Marktanalysten "untypisch", da sie das ganze Jahr über stetig anzogen. Üblicherweise werden in der ersten Jahreshälfte höhere Ferkelpreise erzielt als in der zweiten. Allerdings starteten die Preise im vergangenen Jahr von einem sehr niedrigen Niveau, zu dem eine rentable Ferkelerzeugung nicht möglich war. Im Januar 2008 mussten die Mäster im Schnitt nur 36,20 Euro für ein 28-kg-Ferkel in einer Partie von 100 Tieren zahlen. Im Januar 2009 waren es 58 Euro. Dennoch wurden im vorigen Monat durchschnittlich etwa 337 000 Ferkel pro Woche und damit rund 6 000 Stück mehr verkauft als im Januar 2008.

Höherer Schweinepreis aufgrund einer regen Nachfrage

Der im Jahr 2008 im Durchschnitt höhere Preis für Schlachtschweine hatte laut ZMP seine Ursache in der regen Nachfrage. Sowohl das Interesse der inländischen Schlachtbetriebe als auch der Anstieg der Schweineexporte in Richtung Polen, Tschechien, Ungarn und Russland machten sich deutlich bemerkbar.


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Aktualisiert am: 22.02.2009 18:58

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