Schweinemast: Plötzliche Todesfälle in der Mast

Ein Betriebsleiter eines 650er Mastbetriebs berichtet über zwölf tote Mastschweine, die über Nacht in einer Mastkammer ohne offensichtliche Vorerkrankung verendet sind.

Die akut erkrankten Tiere zeigen teils über den ganzen Körper verteilte Hautrötungen und pumpende Atmung.
Die akut erkrankten Tiere zeigen teils über den ganzen Körper verteilte Hautrötungen und pumpende Atmung.
Alle betroffenen Tiere waren aus einer Mastkammer und wurden kontinuierlich aufgestallt. Die Todesfälle waren in der Gewichtklasse zwischen 50 und 60 kg. Die betroffenen Tiere „liefen rot an“, zeigten plötzlich verstärkte Atmung und verendeten plötzlich mit blutigem Schaum vor der Nase.

Betriebsbesuch
In der Annahme, dass eine Infektionskrankheit vorliegt, werden zunächst alle nicht betroffenen Abteile besichtigt. Hier zeigt sich ein durchwegs unauffälliges Bild. Vereinzelt kann Husten wahrgenommen werden. Die Fressleistung liegt hier bei 90 %.

Anschließend wird das Mastabteil betreten, in dem es zu den besagten Todesfällen kam. Sofort fallen vier akut erkrankte Tiere in zwei von einander getrennten Buchten auf. Die Tiere sitzen bzw. liegen abgesondert in einer Buchtenecke. Auch die anderen Tiere liegen matt und abgeschlagen mit stark reduziertem Allgemeinbefinden in der Bucht. Die Futtertröge sind noch von der Morgenfütterung halb voll. Die vier beschriebenen Tiere zeigen teils handtellergroße, landkartenähnliche, teils über den ganzen Körper verteilte Hautrötungen und pumpende Atmung. Sowohl erkrankte als auch vermeintlich nicht erkrankte Tiere haben eine stark erhöhte innere Körpertemperatur von 39,7-40,8°C.

Im Bereich Fütterung wurde von keinen nennenswerten Änderungen berichtet. Einzig die Beifütterung von frisch gemähtem Gras in den letzten zehn Tagen vor der Erkrankung ist neu. Bei Besichtigung des Anmischbehälters stechen offensichtliche Hygienedefizite ins Auge.

Diagnose Akuter Rotlauf
Die roten, scharf abgegrenzten, zwei bis drei Zentimeter großen, rechteckigen Hautveränderungen in Kombination mit hohem Fieber sind typisch für eine Rotlauferkrankung. Die septikämische Verlaufsform mit plötzlichen Todesfällen tritt parallel dazu sehr selten auf.

Therapieplan
Alle Tiere der betroffenen Buchten werden sofort antibiotisch mit Penicillin und fiebersenkend mit Metamizol (Novasul®) via Injektion behandelt.
Weiters wird die Flüssigfütterung einer gründlichen Reinigung unterzogen. Die Beifütterung von Gras wird komplett eingestellt.

Von: Dr. Thomas VOGLMAYR, Traunkreis Vet Clinic


Aktualisiert am: 04.08.2007 18:42
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