Schweinemast: Optimieren Sie die Einstallung der Mastferkel



Neben Transportstress und Rangordnungskämpfen im neuen Stallabteil sind die Mastferkel auch mit einem Futterwechsel und neuen Futterzeiten konfrontiert. Bei Stress verändert sich der Stoffwechsel der Ferkel. Die Tiere werden geschwächt und sind anfälliger für Infektionen.

Maßnahmen zur Reduktion von Stressfaktoren

Mit dem Waschen des Mastabteils sinkt die Stalltemperatur meist auf unter 15 °C. Damit die Ferkel nicht auf dem kalten Spaltenboden liegen müssen, sollte der Maststall auch im Sommer aufgeheizt werden und die Bodentemperatur kontrolliert werden. Der Spaltenboden muss mind. 20 °C, besser 22 °C haben.

Fütterung zur Einstellphase

Beobachten Sie das Liegeverhalten der Ferkel
Beobachten Sie das Liegeverhalten der Ferkel
Einige Schweinemäster füttern zum Einstallen ein spezielles Begrüßungsfutter, das einem Ferkelaufzuchtfutter gleicht. Eine gezielte Einstallprophylaxe in Abstimmung mit dem Betreuungstierarzt unterstützt die Ferkel in der kritischen Einstellphase. Beim Anfüttern der Einstallferkel ist auf die Energiekonzentration im Futter zu achten. Ferkel haben beim Ferkelerzeuger in der Regel Futter über den ganzen Tagen verteilt aufnehmen können. In der Mast bekommen sie nun nur mehr 2 oder 3 Mahlzeiten. Um die Energieaufnahme sicherzustellen, sollte man gerade bei Flüssigfütterung mit einem höheren Trockensubstanzgehalt (mind. 25 %, besser 27 %) arbeiten.

Ödemkrankheit bei Mastferkeln

Zu Beginn der Mast sollte weiters der Rohproteingehalt abgesenkt werden. Beispielsweise wird durch mehr Mais und weniger Mineralstoffmischung die Pufferkapazität der Magensäure durch das Futter reduziert und die Verdauung stabilisiert. Sobald die Ferkel richtig fressen, kann der Rohprotein- bzw. Mineralfuttergehalt wieder erhöht werden. Wenn Ferkel Trockenfutter gewöhnt sind und eine zu kalte Futtersuppe erhalten und möglicherweise noch auf einem kalten Spaltenboden liegen müssen, sind massive Probleme mit der Ödemkrankheit vorprogrammiert. Es gilt rasch zu handeln, wenn die Augen der Ferkel hineinfallen und der weiße Ring rund um die Augen nicht mehr sichtbar ist (Mausauge).

Kalte Futtersuppe „stoppt“ Magendurchblutung und kostet Futterenergie

Temperatur der Futtersuppe beachten
Temperatur der Futtersuppe beachten
Gerade im Winter ist besonders auf die Temperatur der Futtersuppe zu achten. Die Temperatur der Futtersuppe bewegt sich im Winter meist nur knapp über 0° C. Diese Tatsache stellt einen hohen Stressfaktor für die Einstallferkel dar und „stoppt“ praktisch die Magendurchblutung. Klar ist auch, dass Schweine Energie aufwenden müssen, um das Flüssigfutter von einer Wassertemperatur von rund 8 °C auf die Körpertemperatur von 38 °C zu bringen. Bei 8 Liter Futtersuppe pro Tag und einer Temperaturdifferenz von 30 °C verbraucht ein Schwein rund 1,44 MJ ME/Tag um das Futter im Körper aufzuwärmen. Somit werden bei einer Mastdauer von rund 125 Tagen allein 14 kg Futter für die Futtersuppenerwärmung im Organismus benötigt.


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Aktualisiert am: 03.08.2009 13:34
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