Schweinemast: Finanzkirse belastet Schweinemarkt

Eine mittlerweile äußerst lange Durststrecke haben Schweineproduzenten zu beklagen. Der Rückgang der Schweine- und Ferkelpreise verschärfte sich durch den Anstieg der Betriebsmittel- und Energiekosten. Die mittlerweile absehbare Erholung dieser Situation wurde durch die Finanzkrise erheblich verschlechtert.
So ist der Basispreis für Schlachtschweine innerhalb von nur drei Wochen von 1,54 Euro je Kilogramm auf 1,31 Euro eingebrochen. "Wir verlangen von der EU eine Wiederbelebung des Exportes und Maßnahmen zur Marktstabilisierung", fordert Bauernbund-Landesobmann Hannes Herndl.

Forderung nach zukunftsorientierten Rahmenbedingungen

Dass die Situation in ganz Europa dramatisch ist, zeigen die Entwicklungen der Sauenbestände in der EU von 2007 bis 2008. In der Slowakei ging der Bestand um 50 Prozent zurück, die Tschechien und Polen um bis zu 25 Prozent. Der Rückgang um lediglich 2,9 Prozent in Österreich sei auch auf die österreichischen Familienbetriebe zurückzuführen. "Die bäuerlichen Familienbetriebe mit weniger Fremdkapitaleinsatz und eigener Futtergrundlage sind hier eindeutig stabiler", betont Herndl. "Wir fordern jedoch auch in Österreich verlässliche Rahmenbedingungen und eine Anhebung der Pauschalierungsobergrenze auf 100.000 Euro, damit eine vernünftige Weiterentwicklung möglich ist", sagt Herndl.

Ferkelproduktion in Österreich gefährtet!

Eine Gefahr sieht Hans Stinglmayr von der Beratungsstelle für Schweineproduktion in einem Abwandern der Ferkelproduktion in andere Länder, wenn sich in Österreich mit der Ferkelerzeugung kein angemessener Deckungsbeitrag erwirtschaften lässt. "Wenn der Eigenbedarf nicht mehr gedeckt wird und zum Beispiel Holland Marktanteile in Österreich gewinnt, können unsere "kleinen" Züchter mit den Preisen nicht mithalten", ist Stinglmayr überzeugt.


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Aktualisiert am: 19.11.2008 13:06
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