Schweinemarkt: Aussicht auf 2018

2017 war für Schweinehalter ein gutes Jahr. Der Ferkel und Schweinemarkt im kommenden Jahr stellt sich schwieriger dar. Dennoch sollten die Preise über dem mehrjährigen Durchschnitt liegen.
2017 war ein gutes Jahr für Schweinebauern
2017 war ein gutes Jahr für Schweinebauern
Ferkelmarkt: 10 % unter 2017
Das Jahr 2017 wird als eines der besten Ferkeljahre seit dem EU-Beitritt in die Geschichte eingehen. Der heimische Ferkelpreis wird aller Voraussicht mit 2,20 Euro in das neue Jahr 2018 starten. Letztes Jahr waren es 2,40 Euro. Dieses Minus von ca. zehn Prozent könnte sich dann das gesamte Jahr über hinziehen. Bestärkt wird diese Prognose durch EU-weite Parameter, wie z.B. Viehzählungsergebnisse in den starken Produktionsländern. 2018 wird also kein Ausnahmejahr wie 2017, sondern ein leicht über dem langjährigen Schnitt liegendes Ergebnis bringen. Diese Einschätzung zählt aber nur, wenn es zu keinen außergewöhnlichen Entwicklungen am asiatischen Schweinemarkt kommt und vor allem Mitteleuropa von der Afrikanischen Schweinepest verschont bleibt.

Schlachtschweinemarkt: 5–10 % unter 2017
Sowohl der Durchschnittsbasispreis von ca. 1,50 Euro, als auch der Deckungsbeitrag je Mastschwein mit etwa 25 Euro zeugen von einem sehr guten Schweinejahr 2017. Die Aussichten für 2018 sind bei weitem nicht so rosig, wie diese vor einem Jahr für 2017 waren. Aktuell spricht besonders die deutsche Schlacht- und Verarbeitungsindustrie von geringer Wettbewerbsstärke auf den wichtigen Asienmärkten, da dort Nord- und Südamerika mit deutlich niedrigeren Preisen Schweinefleisch anbieten. Die Prognose der EU Kommission für 2018 geht von Schweinepreisen aus, die fünf bis zehn Prozent unter dem Niveau von 2017 liegen werden.

Afrikanische Schweinepest vor den Toren
Das Bedrohungspotenzial eines Ausbruches der Afrikanischen Schweinepest in Österreich und Deutschland ist stark angestiegen. Sowohl die Seuchenlage in Polen, als auch jene in Tschechien bedroht beide Länder massiv. Ein Seuchenausbruch in Österreich würde zu umfassenden und weiträumigen behördlichen Maßnahmen führen, die einen Ferkel- und Schlachtschweinehandel sowie den Handel von Produkten daraus massiv einschränken würden.

NEC-Richtlinie hat Sprengkraft
Bereits 2016 haben sich das EU-Parlament, Kommission und Ministerrat auf Ammoniakminderungsziele bis 2030 für die einzelnen Mitgliedsländer verständigt. Damit will die EU die langfristigen Luftqualitätsziele erreichen. Mit einem Anteil von 93 % ist die Landwirtschaft Hauptverursacher der Ammoniak-Emissionen. Diese entstehen bei Viehhaltung, Wirtschaftsdüngermanagement und Stickstoffdüngung. Das Ammoniakminderungsziel für die EU liegt bei 18 %, wobei unterschiedlich hohe Ziele für die einzelnen Mitgliedsstaaten beschlossen wurden: So wurde für Österreich eine Reduktion um 12 % bis 2030, ab 2005 gerechnet, festgelegt. Mit 29 % ist Deutschland am höchsten belastet. Die Sprengkraft dieser EU Richtlinie ist also in den Mitgliedsländern unterschiedlich ausgeprägt, aber selbst die Bewältigung unserer 12 % Ammoniakreduzierung wird größter Anstrengungen der Veredelungsbetriebe bedürfen.

Projekt Pro SAU abgeschlossen
Das Projekt Pro SAU wurde Ende 2017 mit der Veröffentlichung des Endberichtes abgeschlossen. In diesem Projekt wurden neue Abferkelbuchten entwickelt und getestet. Die Ergebnisse werden in die zukünftigen Stallplanungen einfließen. Für betroffene Sauenhalter wurde ein attraktives Investitionsförderungsprogramm geschnürt. Der Investitionszuschuss wurde von bisher 20 % auf zukünftig 30 % angehoben. Das Programm kann ab 2018 in Anspruch genommen werden.


Autor: Johann Stinglmayr (Beitrag gekürzt)


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Aktualisiert am: 28.12.2017 11:27