Schweinekrankheiten: Was kostet Tiergesundheit im Schweinestall?

Die wirtschaftlichen Folgen von Erkrankungen in Sauen- und Mastbeständen können gravierender sein als gemeinhin gedacht.
Diese Rechnung stellte Dr. Winfried Kriegler als Tierarzt auf dem 15. Mitteldeutschen Schweine-Workshop Mitte Mai an der Hochschule Anhalt in Bernburg auf und analysierte im Einzelnen, welche Kosten auf den Landwirt zu kommen, wenn sich im Sauenstall eine Krankheit ausbreitet. Neben den Aufwendungen für Medikamente und Tierarzt schlagen die Verluste durch Leistungsminderung zu Buche. Hinzu kommen Kosten für Beratung und der erhöhte Betreuungsbedarf für die erkrankten Sauen. Am Beispiel einer PRRS-Erkrankung legte Kriegler dar, in welcher Größenordnung bares Geld bei Krankheitseinbrüchen verloren geht.

Vorbeugen ist meist deutlich billiger als heilen

Vorbeugen ist besser als heilen
Vorbeugen ist besser als heilen
„Saugferkelverluste, erhöhte Umrauscherquote, Ferkelaufzuchtverluste sowie die schlechtere Futterverwertung können mit einem Minus von 125 € je Sau und Jahr einhergehen. In der Mast sieht es nicht besser aus: Hier verliert der Schweinemäster rund 12 € je Mastplatz und Durchgang.“ Stellt man diesen Verlusten die Aufwendungen für eine wirksame Prophylaxe gegenüber, schneidet die Vorbeuge günstiger ab als die Therapie. Damit ist das Sprichwort „Vorbeugen ist besser als heilen“ heute aktueller denn je. Hinzu kommt, dass Abteile mit Krankheitseinbrüchen lange nicht so zügig geräumt werden können wie bei gesunden Tieren. Bis die letzten Mastschweine das Abteil verlassen, können mehrere Wochen vergehen, in welchen die Nachzügler das Abteil blockieren. „Erkrankungen sind häufig teurer als zunächst eingeschätzt, wobei die Schadenshöhe von Fall zu Fall stark variiert“, resümierte Dr. Kriegler.

Schnelle und exakte Analysen können Leistungseinbußen in Grenzen halten

Die Ausprägung der Erkrankung, die Stabilität des Bestandes und die Schnelligkeit der Behandlung sind entscheidende Faktoren. Je schneller und exakter eine Analyse durchgeführt wird, desto besser können Leistungseinbußen in Grenzen gehalten werden. Jede Bestandserkrankung wirft die Frage nach Präventivmaßnahmen auf; an erster Stelle sind hier in der Regel Hygiene- und Managementmaßnahmen das Mittel zum Zweck (Quelle: Deuka).


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Aktualisiert am: 04.06.2009 20:40
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