Schweinekrankheiten: Eigene Arbeitsgeräte lohnen sich

Immer wenn betriebsfremde Menschen und Gerätschaften in den Schweinestall kommen, steigt das Risiko der Keimeinschleppung. Während Tierarzt, Berater und Mechaniker die eigene Kleidung gegen die betriebseigene tauschen, wandern die Arbeitsgeräte mitunter von Betrieb zu Betrieb.
Jeder Betrieb sollte über eine eigene Fangschlinge verfügen, damit die Tiere keinen Kontakt zum Speichel von anderen Betrieben haben
Jeder Betrieb sollte über eine eigene Fangschlinge verfügen, damit die Tiere keinen Kontakt zum Speichel von anderen Betrieben haben
Besser ist es, eine „Grundausrüstung“ parat zu haben. Denn Infektionen werden nicht nur über Blutreste und Kot übertragen. „Salmonellen, die schon auf glatten Metalloberflächen 14 Tage überleben, können im Stallstaub bei Raumtemperatur vier Monate überdauern!“ Teure Geräte wie der Scanner oder Spezialwerkzeug werden gründlich gereinigt und ggf. desinfiziert, bevor sie ihren Weg in den Stall finden. Akkuschrauber und Bohrmaschine dagegen sind aus betriebseigenem Bestand zu verwenden. Eine eigene Fangschlinge ist meist auch vorhanden. Da diese zwangsläufig mit dem Speichel der Tiere in Kontakt kommt, ist es ratsam, in jedem Stallbereich ein solches Gerät vorzuhalten. „Das Impfbesteck zum Impfen der Sauenherde sowie das Operationsbesteck für die Operation von Binnenebern und Bruchferkeln sollte jeder Schweinehalter vorrätig haben.“ Des weiteren vereinfachen leicht zu reinigende Kunststoff-Werkzeugkisten und saubere Eimer für den Transport von Proben und Abfällen die Arbeit.

Unterbrechung der Infektionswege durch sorgfältige Reinigung

Auch betriebseigenes Werkzeug und stalleigene Gerätschaften werden nach jedem Gebrauch sorgfältig gereinigt und desinfiziert. So vermeidet man die Infektionsübertragung von Tier zu Tier oder Abteil zu Abteil. Operations- und Impfbesteck lassen sich nach dem Reinigen gut in einem Desinfektionsbad desinfizieren. Da das Desinfektionsmittel bei Spritzen die Wirkung von Lebendimpfstoffen mindern würde, werden Spritzen ausgekocht. Es bleibt festzuhalten: Je weniger fremde Gerätschaften in den Stall gelangen und je weniger betriebseigene Maschinen und Geräte von Stalleinheit zu Stalleinheit getragen werden, desto geringer ist das Risiko einer Keimeinschleppung.
(Quelle:"Eigene Arbeitsgeräte für jeden Stall" von Dr. Claudia Lambrecht in SUS 5/09, S. 36 - 38)


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Aktualisiert am: 23.10.2009 07:11
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