Schweinejahr 2013 preislich bisher gut

Aus preislicher Sicht war das Schweinejahr 2013 bis dato ein Spitzenjahr. Die rückläufige Produktion stützte den Preis. Was in den nächsten Monaten passiert, hängt vom Export in Drittstaaten ab. Eine Marktanalyse von Dr. Johann Schlederer, VLV-Schweinebörse.
Basispreise für Mastschweine von 2009 bis KW 38/2013.
Basispreise für Mastschweine von 2009 bis KW 38/2013.
Wie nebenstehende Grafik zeigt, kann man das Jahr 2013 als Spitzejahr bezeichnen. Insbesondere, wenn man mit den Jahren 2009, 2010 und 2011 vergleicht in denen mit 1,24, 1,24 und 1,37 eher mittelmäßige Durchschnittswerte erzielt wurden. Auch im Vergleich zum Vorjahr konnte mit 1,58 bis zur Woche 38 ein um 6 Cent besseres Ergebnis erzielt werden. Demnach wird 2013 für Kombinierer wieder ein gutes Jahr. Spezialisierte Mäster müssen noch auf einen überdurchschnittlichen Deckungsbeitrag im 4. Quartal hoffen, damit auch sie das Jahr positiv abschließen können.

Knappheit stützte Preis
Während 2012 das hohe Preisniveau im zweiten Halbjahr primär von gut gehenden Exporten herrührte, ist es heuer die rückläufige Produktion. Das Minus bei den Schlachtzahlen ist eine Folge der verschärften Tierschutzbestimmungen betreffend Gruppenhaltung für Zuchtsauen. Das Inkrafttreten dieser Bestimmung per 1.1.2013 führte beispielsweise dazu, dass im Zeitraum November 2012 bis März 2013 in Österreich um gut 10 % mehr Altsauen geschlachtet wurden als im Vergleichszeitraum davor. Somit dürfte auch in den verbleibenden Monaten des Jahres der saisonale Anstieg an Schlachtzahlen geringer ausfallen als üblich.

Über Zukunft entscheidet Export
Schwerer prognostizierbar ist der Markt aber auf Absatzseite. Hier wiederum ist der Export in Drittstaaten massiv preisbeeinflussend. Russland boykottiert seit Jahresbeginn mehrere EU-Länder wie z. B. Deutschland, Holland und Spanien. Noch ist nicht bekannt, ob Moskau heuer noch einmal die Importschleusen öffnen wird. Wenig zweckdienlich in diesem Zusammenhang ist auch der relativ harte Euro, der den globalen Wettbewerb mit US-Dollar Anbietern wie z. B. Brasilien jedenfalls erschwert.

Autor: Dr. Johann Schlederer, VLV-Schweinebörse

Aktualisiert am: 27.09.2013 15:35
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