Schweinehaltung in der Schweiz

Die Schweizer Schweinebauern steuern ungemütlichen Zeiten entgegen. Hohe Tierschutznormen erschweren die Betriebsentwicklung.
In der Schweiz sind die Tierschutzauflagen viel höher als in der EU.
In der Schweiz sind die Tierschutzauflagen viel höher als in der EU.
Jetzt ist es schon wieder passiert! Arnold Werner schüttelt frustriert den Kopf und blickt nachdenklich in die benachbarte Abferkelbucht. „Wir werden schon eine Lösung finden. Der Arbeitsaufwand wird aber erheblich sein“, stellt er fest.

Was ist passiert?
Seit drei Jahren müssen die Eidgenossen ihre Ferkel unter Narkose kastrieren. Das erfolgt mit einem Isofloran-Gerät oder direkt vom Tierarzt und ist mit einem erheblichen Mehraufwand und mit hohen Kosten verbunden. Demzufolge war der Unmut der Bauern groß. Nun, 2013, stehen die Schweinebauern erneut vor einer großen Herausforderung. Ab 1. September müssen sich alle Schweine „jederzeit mit Stroh, Raufutter oder anderem gleichwertigen Material“ beschäftigen können. Bisher war dies nur „über längere Zeit“ nötig. Außerdem muss der Sau ab dem 112. Trächtigkeitstag bis zum ersten Tag nach der Geburt Längsstroh oder anderes Nestbaumaterial „ausreichend“ (Verordnungstext) zur Verfügung stehen. Danach muss der Liegebereich der Sau und der Ferkel täglich eingestreut sein.

Direktzahlungen für Tierschutz
Insgesamt gibt es rund 8.000 Schweinehalter, die aber die Schweinehaltung meist mit anderen Erwerbszweigen kombinieren. Mehr als die Hälfte dieser Betriebe bezieht staatliche Prämien für besonders tiergerechte Haltungssysteme. Die zwei wesentlichen Programme heißen BTS (Besonders tiergerechte Stallhaltungssysteme) und RAUS (Regelmäßiger Auslauf im Freien). Umgerechnet knapp 130 Euro pro GVE erhalten diese Bauern an Direktzahlungen. Pro Mastplatz (0,17 GVE) sind das 22 Euro bzw. pro Zuchtsau (0,45 GVE) 58 Euro. Diese staatlich finanzierten Programme sind Voraussetzung für die Teilnahme an einem der Labels der beiden großen Einzelhandelsunternehmen Migros und Coop. Diese Labels werden mit einem Qualitätszuschlag von umgerechnet 0,25 bzw. 0,40 Euro/kg Schlachtgewicht honoriert. Jährlich werden so rund 840.000 Mastschweine über diese Labels vermarktet. Das entspricht einem Anteil von 30 % der gesamten Jahresschlachtungen der Schweiz. Diese Direktzahlungen sind auch nötig, will man die hohen Haltungsstandards und kleinen Betriebsgrößen erhalten. Je Betrieb dürfen nicht mehr als 250 Zuchtsauen oder 1.500 Mastschweine gehalten werden.

Den gesamten Artikel können Sie in der Ausgabe 3/2013 des "Fortschrittlichen Landwirts" nachlesen. Gratis Probeheft bestellen.


Autor: Roman Goldberger, Rainbach


Weitere Schweine-Themen in diesem Heft:
  • Lambacher Praxistipps
  • Wühlstall für Mastschweine
  • Reduktion des Arznemitteleinsatzes

Aktualisiert am: 21.01.2013 10:58
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