Schweinehaltung: Welche Preise sind für eine wirtschaftliche Produktion notwendig?

Vor jeder Investition ist das wirtschaftliche Potenzial des neuen oder erweiterten Betriebszweigs auszuloten. Welche Verkaufserlöse braucht man, um unter den kalkulierten Produktionskosten vollkostendeckend produzieren zu können? Wir rechnen vor.
Die ökonomische Leistung ist nicht nur vom erzielbaren Marktpreis abhängig sondern im gleichen Maße von der biologischen Leistung des Betriebes.
Die ökonomische Leistung ist nicht nur vom erzielbaren Marktpreis abhängig sondern im gleichen Maße von der biologischen Leistung des Betriebes.
Erträge und Kosten in der Schweinehaltung sind sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten kritisch zu betrachten. Auch in schlechten Preisphasen kann in der Schweinehaltung ein gutes Einkommen erwirtschaftet werden. Welcher Erlös mit einem Mastschwein bzw. einem Ferkel erzielt werden muss, um wirtschaftlich zu produzieren, hängt von vielen Faktoren ab. Neben der Betriebsleistung im biologischen Leistungsbereich spielen auch die Direktkosten (Kosten für die laufende Produktion) und die Fixkosten eine entscheidende Rolle.

Fixkosten vor der Investition ermitteln
Die Fixkosten haben einen wesentlichen Einfluss auf die Produktionskosten in der Schweinehaltung. Mit der Investition in die Schweinehaltung werden die Kosten je kg produziertes Schweinefleisch bzw. je verkauftes Ferkel festgelegt. Dem entsprechend sind die Fixkosten nur mit der Investitionshöhe zu beeinflussen. Durch eine gezielte Planung und entsprechende Kostenschätzungen können die Fixkosten vor Investitionsbeginn abgeschätzt werden. Ist eine Investition getätigt, sind über die Laufzeit des Stalles die fixen Kosten zu ermitteln. Berücksichtigt werden muss ebenso eine entsprechende Verzinsung für das eingesetzte Kapital. Nach Ende der Nutzungsdauer des Stalles soll – um eine wirtschaftliche Schweinehaltung zu betreiben – das eingesetzte Kapital wieder für eine Investition zur Verfügung stehen.

Berechnung der Fixkosten
Für die Ermittlung der Fixkosten pro Zuchtsau bzw. pro Mastschwein werden rund 5 % Verzinsung (Eigenkapital und Fremdkapitalverzinsung) und eine Abschreibungsdauer von 20 Jahren angesetzt (Mischnutzungsdauer zwischen Aufstallung und Gebäude). Zu diesen Kosten werden noch Instandhaltungs- und Versicherungskosten in der Höhe von 1 % vom Neuwert berechnet.
Die Art der Finanzierung einer Investition wirkt sich vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf die Liquidität aus. Höhere Eigenkapitalsanteile bei der Finanzierung steigern die Liquidität und verringern die Kosten für eventuell benötigte Zwischenfinanzierungen.

Fazit
Zusammenfassend ist zu sagen, dass neben den aktuellen Marktbedingungen die Leistung am schweinehaltenden Betrieb eine entscheidend Rolle spielt. Bei Neubauten ist auf die Investitionssumme pro Standplatz zu achten. Mit der Höhe der Investition werden die Stallplatzkosten für die Nutzungsdauer festgelegt. Durch regelmäßige Kontrollen der Direktkosten können diese in einen vertretbaren Rahmen gehalten werden.

Autor: Ing. Manfred OBERER, SchweineBeratung Steiermark (SBS), Gleisdorf


Aktualisiert am: 30.01.2009 09:40
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