Schweinefutter: Qualität bis in den Futtertrog erhalten

Qualitätsverluste im Schweinefutter, hervorgerufen durch mangelnde Hygiene - die Folgen lassen nicht lange auf sich warten und zeigen sich in Qualitätseinbußen wie Energie- und Vitaminverluste oder in der Besiedlung mit Mykotoxinen und Mikroben.
Minderleistungen bei den Schweinen kosten viel Geld

Eine regelmäßige Reinigung, beginnend beim Futtersilo über die Verteiltechnik bis hin zum Trog, ist der beste Schutz gegen verdorbenes oder minderwertiges Futter. Qualitativ minderwertiges Futter bedeutet nicht nur Leistungsrückgang bei den Tieren, unter Umständen werden durch Mykotoxine verursachte schleichende Erkrankungen erst spät erkannt. „Wenn es zu sichtbarem Durchfall, zur Futterverweigerung und Fressunlust kommt, ist es zu spät. Bei einem angenommenen Mindererlös von 12,50 € /Tier durch die Versorgung mit qualitativ schlechtem Futter kommen bei 400 Ferkeln am Mastende 5000 € durch schlechtere Futterverwertung sowie anfällige und kranke Tiere mit leichterem Endgewicht oder längerer Mast zusammen.“

Regelmäßige Reinigung der Silos und Verteiltechnik

Futterhygiene beginnt mit der regelmäßigen Reinigung der Silos. Alle zwei Monate ist eine Komplettleerung angesagt, alle zwölf Monate eine maschinelle Reinigung und Desinfektion. Dazu ist eine Einstiegsluke am Silo erforderlich, die auch nachträglich noch gesetzt werden kann. Wird das Silo zu groß gekauft, fehlt die regelmäßige Entleerung. Der Schimmelbildung durch Kondenswasser sind Tür und Tor geöffnet. Glatte Innenwände und bündige Übergänge an Nahtstellen lassen das Futter gut nachfließen. Futtermittel mit schwankendem Feuchtegehalt wie CCM neigen besonders leicht zu Schimmel und Gärungen; ebenso bilden sich in Molke rasch Hefen. Nicht nur das Silo, auch die Förder- und die Fallrohre, Schnecken und Spiralen werden in die Reinigung mit einbezogen. Alles gut abtrocknen lassen, bevor wieder Futter eingefüllt wird, sonst ist der Schaden durch festgebackenes Futter größer als der Nutzen!

Nicht jedes Desinfektionsmittel ist geeignet!

Zur Desinfektion dürfen nur Mittel verwendet werden, welche keine Rückstände (Wartefristen) in den Futter- bzw. späteren Nahrungsmitteln verursachen.

Dokumentation schützt vor unbegründeter Haftung

Den Abschluss der Reinigung bildet die schriftliche Dokumentation. Sie sichert den Landwirt vor unbegründeten Haftungsansprüchen.

"Es ist nicht egal, was in den Trog kommt" von Angelika Sontheimer in Bauernzeitung 11/09


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Aktualisiert am: 07.04.2009 16:28
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