Schweinefütterung: Mit Rapsschrot und Rapskuchen die Futterkosten drücken

Bis zu 2,50 Euro pro Mastschwein sparen Sie durch den Einsatz von Rapsschrot in der Fütterung. Multiplizieren Sie diesen Wert mit der Jahressumme der gemästeten Schweine auf Ihrem Betrieb und Sie werden sehen, dass es sich lohnt, sich diesem Thema zu widmen.
Die Verdaulichkeit der Aminosäuren liegt bei Sojaschrot bei rund 87 % und bei Rapsprodukten bei rund 73 %.
Die Verdaulichkeit der Aminosäuren liegt bei Sojaschrot bei rund 87 % und bei Rapsprodukten bei rund 73 %.
Rapsextraktionsschrot und Rapskuchen sind Nebenprodukte der Rapsölgewinnung. Rapskuchen fällt durch Auspressen des Öles aus dem Rapskorn an. Von ursprünglich 40 % Öl im Rapssamen bleiben je nach Verfahren zwischen 10 und 15 % Restöl im Rapskuchen. Durch die Extraktion als weiteren Verfahrensschritt wird durch Lösungsmittel noch mehr Öl aus dem Rohstoff gewonnen.

Attraktives Futtermittel
Rapskuchen und Rapsschrot sind Eiweiß- und Energieträger mit einem relativ hohen Anteil an Rohfaser. Diese Kombination macht die Rapsfuttermittel für die Schweinefütterung sehr attraktiv. Auch der im Vergleich zu Sojaextraktionsschrot hohe Anteil der schwefelhältigen Aminosäuren Methionin und Cystin sowie der hohe Phosphorgehalt sprechen für deren Einsatz in der Schweinefütterung, da dadurch Einsparungen im Mineralfutter vorgenommen werden können.

15 % Rapsschrot möglich
Rapsschrot hat durch die Extraktion einen niedrigeren Restölgehalt als Rapskuchen von rund 3,5 %. Folglich spielen die Polyensäuren praktisch keine Rolle. Auch der Glucosinolatgehalt verringert sich auf etwa 8 bis 10 g. Dadurch werden Einmischraten von bis zu 15 % möglich. Vor allem bei Futtervorlage in trockener Form sind diese Einsatzmengen denkbar. In der Trockenfütterung sind auch Rapskuchenanteile bis 10 % als unbedenklich einzustufen, wenn die restlichen Komponenten arm an Polyensäuren sind. Es gibt Vermutungen, dass Rapsprodukte in Betrieben mit Flüssigfütterungsanlagen aber eher Futterakzeptanzprobleme verursachen. In der Praxis werden diese Erfahrungen vor allem dann gemacht, wenn die Anlagen über relativ hohe Restmengen in den Leitungen verfügen. Anteile von 5 % Rapskuchen oder 8 % Rapsschrot (auf Trockenfutterbasis) sind aber selbst bei diesen Anlagen problemlos möglich.

Preislich sinnvoll?
Wenn abgeklärt ist, dass ein Futtermittel aus ernährungsphysiologischer Sicht geeignet ist, stellt sich für den Schweinehalter die Frage nach der Preiswürdigkeit. Um hier eine fundierte Berechnung anstellen zu können, muss sich der Schweinehalter im Klaren sein, welche Futtermittel durch Rapsschrot/Rapskuchen (teilweise) aus der Ration gedrängt werden. Fungiert das Rapsfuttermittel als reiner Sojaschrotersatz (Bsp. Endmast), so funktioniert die Berechnung nach folgendem Prinzip: Welche Mengen an Soja 44 und einem ausgewählten Energiefuttermittel (Weizen) benötigt man, um 1kg Rapsschrot oder Rapskuchen zu ersetzen? Zusätzlich wird der Überschuss oder Mangel an Methionin und Lysin bewertet. Verdrängen Rapsschrot oder Rapskuchen zusätzlich auch einen Rohfaserträger (Anfangsmast, Zuchtsauen), so ist auch dieser in die Berechnung einzubeziehen. Die Aminosäurebilanzierung wird der Einfachheit halber nicht berücksichtigt. Die Marktpreise von Rapsschrot und Rapskuchen haben während der letzten zwölf Monate nicht einmal ansatzweise das Grenzpreisniveau erreicht. Die Verwendung von Rapsextraktionsschrot und Rapskuchen in der Schweinefütterung ist daher hochrentabel.

Autoren: Roman GOLDBERGER, Rainbach und Ing. Hannes PRILLER, Beratungsstelle für Schweineproduktion, Wels


Aktualisiert am: 02.04.2010 11:14
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