Schweinefleischkennzeichnung am Schlachthof

Lebensmittelskandale gehören mittlerweile leider fast schon zur täglichen Berichterstattung. Kann man dem AMA-Gütesiegel-Fleisch vertrauen? Ist es wirklich zu 100 % aus Österreich? Ein Aufklärungsversuch.
In diesem Artikel werden die Stempel am Schlachtkörper des Schweins beschrieben und die AMA-Gütesiegel-Kennzeichnung näher erläutert.
In diesem Artikel werden die Stempel am Schlachtkörper des Schweins beschrieben und die AMA-Gütesiegel-Kennzeichnung näher erläutert.
Schweinebauern stehen immer häufiger in der Kritik der Öffentlichkeit. In Diskussionen mit Konsumenten ist es deshalb umso wichtiger, Fakten zu kennen sowie hieb- und stichfeste Aussagen zu tätigen. Der Schweinehalter muss glaubwürdig argumentieren können, wenn er sein Produkt dem kriti schen Konsumenten verkaufen will. Dazu gehört auch, sich mit dem AMA-Gütesiegel auszu kennen. Damit der Landwirt Schweinefleisch unter dem AMA-Gütesiegel produzieren kann, muss er verschiedenste Auflagen (z.B. Mitgliedschaft im Tiergesundheitsdienst, Haltungsanforderungen etc.) erfüllen. Die Unterlagen der AMA-Marketing mit allen Auflagen – „Landwirtschaftliche Produktionsbestimmungen Schweinemast“ – finden Sie auf www.landwirt.com/schweine zum Herunterladen.
In diesem Artikel wollen wir uns mit der nächsten Stufe, dem Schlachthof, beschäftigen. Welche Messungen werden am Schlachtkörper durchgeführt? Wie wird der Schlachtkörper zum AMA-Gütesiegel-Fleisch? Gibt es 100 % Sicherheit?

Einstufung – Klassifizierung
Jedes geschlachtete Schwein wird von einem unabhängigen Klassifizierungsdienst klassifiziert (weitere Informationen zu den Klassifizierungsdiensten unter www.oefk.at). Fleischmaß und Speckmaß werden gemessen und über die Klassifizierungskarte zum Magerfleischanteil (MFA) zusammengeführt. Mittlerweile gibt es auch schon elektronische Geräte („OptiScan“), die automatisch messen und die Daten speichern können. Das Messungs prinzip ist dasselbe. Aus den MFA-Prozenten ergibt sich eine Klasse (S, E, U, R, O oder P).
Schlachtkörper von Schweinen mit einem Zweihälftengewicht von über 130 kg sowie Schlachtkörper von Zuchtsauen und Zuchtebern sind ungeachtet ihres Muskelfleischanteiles in die Klasse „Z“ einzustufen. Schweine mit einem Gewicht unter 70 kg werden nicht klassifiziert.

Genusstauglichkeitskennzeichen
Der ovale Stempel ist das Genusstauglichkeitskennzeichen. Dieser Stempel sagt nichts über die Herkunft des Schlachtkörpers aus. Der Genusstauglichkeitsstempel besagt nur, dass der jeweilige Schlachthof den EU-Hygienebestimmungen entspricht und dass das Fleisch vom amtlichen Fleischuntersuchungstierarzt für genusstauglich erklärt wurde. Der Stempel besteht aus:
  • AT = Der Schlachthof befindet sich in Österreich
  • 61877 = Amtliche Zulassungsnummer des Schlachtbetriebes
  • 05 = Identifikationsnummer des amtlichen Tierarztes
  • EG und ovale Form des Stempels = Der Betrieb entspricht den EU-Hygienebestimmungen. Das Fleisch wurde vom amtlichen Fleischuntersuchungstierarzt für genusstauglich erklärt.


Weitere umfangreiche Informationen zur Schweinefleischkennzeichnung finden Sie in der Ausgabe 9/2013 der Fachzeitschrift "Der fortschrittliche Landwirt". Gratis Probeheft bestellen.

Weitere Artikel zum Thema Schwein in dieser Ausgabe:
  • Kaustricke: Neue Methode zum Nachweis von Krankheitserregern? (Mag.med.vet. Robert GRAAGE, Klinik für Schweine, Veterinärmedizinische Universität Wien)
  • Außenklimastall – Mastschweine tiergerecht halten (DI Birgit HEIDINGER, LFZ Raumberg-Gumpenstein)
  • Neuheiten und Highlights

Aktualisiert am: 22.04.2013 07:51
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