Schweinefleisch: Ukraine plant Importzölle drastisch zu erhöhen

Schweinefleischimporte haben mit etwa 140.000 t im Jahr 2008 ein wesentliches Gewicht erhalten. Mehr als drei Viertel der Menge wurde aus der EU geliefert, der Rest aus Brasilien.
Die Ukraine könnte bereits ab Mitte Januar die Importzölle für alle Fleischarten so stark anheben, dass sich Lieferungen in das Land nicht mehr rechnen. Beobachter vermuten, dass die Regierung über gedrosselte Importe ihre Außenhandelsbilanz verbessern möchte. Das Land sei dazu in der Pflicht, nachdem es im Oktober 2008 eine kräftige Finanzspritze des Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten hatte. IWF-Regeln würden höhere Zollsätze erlauben, obwohl sich die Ukraine als WTO-Mitgliedstaat im vergangenen Jahr zum Zollabbau verpflichtet hat.

Interessanter Absatzmarkt der EU gefährdet

Die deutschen Schweinefleischexporte in die Ukraine sind seit der Zollsenkung im Mai von knapp 1.000 t/Monat auf 5.400 t/Monat im Oktober angestiegen. Die ukrainische Zollanhebung wird vor allem auch deshalb sehr negative Auswirkungen haben, weil die Hoffnung bestand, die im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich geringeren Exportmöglichkeiten nach Russland, im laufenden Jahr durch steigende Lieferungen in die Ukraine ausgleichen zu können.(ISN)


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Aktualisiert am: 09.01.2009 08:59
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