Schweinefleisch-Kennzeichnungssystem sus ein Jahr eingeführt

Das Kennzeichnungssystem für Schweinefleisch "sus" soll vor allem die Täuschung der Konsumenten verhindern und bietet eine zusätzliche Absicherung zum AMA-Gütesiegel.
SUS kontrolliert nur die Richtigkeit der Angaben und gibt keine eigenen Kriterien vor.
SUS kontrolliert nur die Richtigkeit der Angaben und gibt keine eigenen Kriterien vor.
Seit einem Jahr gibt es nunmehr "sus", das Kennzeichnungssystem für Schweinefleisch. Mehr als 60 österreichische Betriebe nehmen bereits am System teil und lassen sich Kriterien wie Herkunft, Qualität oder die Produktionsweise entlang der gesamten Werkschöpfungskette glaubhaft absichern. Im Rahmen des AMA-Gütesiegels gibt es die transparente Herkunftssicherung bereits viele Jahre. Außerhalb dieses Programms hat ein solches System für Schweinefleisch bis vor einem Jahr allerdings gefehlt.
"sus" ist ein reines Absicherungssystem auf freiwilliger Basis, bei dem die jeweiligen Kriterien vom Lizenznehmer selber gewählt werden können, ohne dass der Konsument dadurch getäuscht wird. Diese Kriterien münden in unmissverständliche Definitionen, wie zum Beispiel Herkunft Österreich (Geburt, Mast und Schlachtung) oder Angaben zur Qualität und/oder Produktionsweise (Schweinefleisch aus Stroh- oder Freihlandhaltung) oder in ganze Markenprogramme, wie beispielsweise dem "Tullnerfelder Schwein" oder "absolut steirisch". Über diesen Definitionsrahmen hinaus werden keine spezifischen Richtlinien zur Produktionsweise seitens der AMA-Marketing vorgeschrieben. Das ist der wesentliche Unterschied zwischen "sus" und dem AMA-Gütesiegel. "sus" gibt keine eigene Kriterien vor, es kontrolliert, ob die gemachten Angaben stimmen und ob der Konsument nicht getäuscht wird. Im AMA-Gütesiegelprogramm gibt es darüber hinaus eine ganze Reihe spezifischer Qualitätskriterien, die einzuhalten sind.

Alle Stufen miteinbezogen
"sus" bezieht alle beteiligten Marktstufen ein. Die Landwirte kennzeichnen ihre Tiere gemäß Tierkennzeichnungsverordnung. Jeder Transport zum Schlachtbetrieb muss durch einen speziellen Viehverkehrsschein begleitet und dokumentiert werden. Am Schlachthof werden die Angaben am Viehverkehrsschein von einem unabhängigen Klassifizierer geprüft und direkt am Schwein gekennzeichnet. Der Zerlegebetrieb verarbeitet Schweinehälften mit jeweils gleichen Angaben in eigenen Chargen und vermerkt diese auf Zerlegeetiketten. Im Verkaufsgeschäft erkennt man "sus"-Schweinefleisch am entsprechenden Logo auf den Fleischtassen beziehungsweise den Informationen an der Bedientheke.
Bis heute gibt es keine gesetzliche Definition der Herkunft und auch kein verpflichtendes System der Nachvollziehbarkeit wie etwa beim Rind- oder Kalbfleisch. Das heißt, es muss nicht überall Österreich drinnen sein, wo Österreich draufsteht, was vielfach zur Verwirrung oder gar Täuschung der Konsumenten beiträgt und die Glaubwürdigkeit der Produkte bei Skandalen hart auf die Probe stellt. Durch die "sus"-Absicherung der AMA-Marketing können Hersteller und Konsumenten sicher sein, dass die gemachten Angaben geprüft werden und nachvollziehbar sind.

Schweinefleisch wird regionaler
Rückenwind für "sus" erwarten sich die Experten der AMA-Marketing auch durch die rasant wachsende Regionalisierung des österreichischen Schweinefleischmarktes. Derzeit werden bereits sechs regionale Programme (Donauland Schwein, Ilge's Schweine aus Kärnten, Kärntner Schwein, Steira Pur, Tullnerfelder Schwein und absolut steirisch) abgesichert. "Weitere drei sind in Vorbereitung und werden derzeit von uns hinsichtlich einer möglichen Irreführung des Konsumenten und der grundsätzlichen Eignung geprüft. Dieser Trend zur Regionalisierung schafft die Basis für strategische Allianzen zwischen dem Handel, den Schlachthöfen und den Bauern, bringt Mehrwert aus der Region für die Region und stärkt das gegenseitige Vertrauen", freut sich Martin Greßl, oberster Qualitätssicherer der AMA-Marketing.

SUS Richtlinie zum Download


Aktualisiert am: 04.05.2012 17:48
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