Schweineerzeuger brauchen einen langen Atem

Wie die Vetline diese Woche berichtet, werden die Schweineproduzenten in der EU voraussichtlich noch länger rote Zahlen schreiben, als bislang angenommen.
Experten rechnen bezogen auf das Jahresmittel 2008 bei Schlachtschweinen nur mit einem Preisanstieg um 12% bis 15% gegenüber 2007.
Experten rechnen bezogen auf das Jahresmittel 2008 bei Schlachtschweinen nur mit einem Preisanstieg um 12% bis 15% gegenüber 2007.
Die Schweineproduzenten in der Europäischen Union brauchen derzeit einen sehr langen Atem. Nach den jüngsten Schätzungen des Prognoseausschusses der Europäischen Kommission werden die Mäster voraussichtlich noch länger rote Zahlen schreiben als bislang angenommen. Laut Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) gehen zwar alle nationalen Experten davon aus, dass die Schlachtschweinepreise im Jahresverlauf weiter zulegen werden; das Gros von ihnen rechnet aber bezogen auf das Jahresmittel 2008 nur mit einem Anstieg um 12 % bis 15 % gegenüber 2007. Der EU-Durchschnittspreis würde danach in der Handelsklasse E um 0,15 Euro/kg auf etwa 1,50 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) steigen.
Die Bonner Marktbeobachter halten auch eine Verbesserung um 0,20 Euro/kg SG für möglich. Voraussetzung hierfür ist unter anderem eine "halbwegs normale" Grillsaison, deren Start sich allerdings bereits verzögert hat. Eine Rolle spielt auch, wie lange Brüssel noch Exporterstattungen für Schweinefleisch gewährt werden. Die EU-Kommis­sion will dieses Instrument nur zeitlich befristet anwenden. Für wahrscheinlich erachtet die ZMP ein Auslaufen der Exportbeihilfe im Sommer.
Der Ausschuss ist sich den Bonner Marktbeobachtern zufolge klar darüber, dass das von ihm für 2008 erwartete Erzeugerpreisniveau nicht reicht, um die Kosten der Schweineproduktion auszugleichen. Um schwarze Zahlen zu schreiben, wäre ein Anstieg der Erzeugerpreise in doppelter Höhe nötig. Danach sehe es kurzfristig aber nicht aus, weshalb die finanzielle Durststrecke am Schweinemarkt noch anhalten dürfte, so die ZMP zu den Ergebnissen des Prognoseausschusses.

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Aktualisiert am: 08.05.2008 08:11
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