Schweinebörse analysiert erstes Halbjahr

Mit €1,17 blieb der Basispreis für Mastschweine unter den Erwartungen. Eine europaweit gestiegene Produktion und erschwerte Exportbedingungen dürften Schuld daran tragen. Andererseits sollten die hohen Futterpreise einen Umschwung bringen, meint Hans Schlederer, Geschäftsführer der VLV Schweinebörse in einem Rundschreiben an die VLV-Mitglieder.
Das Ergebnis des 1. Halbjahres 2007 blieb unter den Erwartungen.Viele Gründe sind ausschlaggebend:

  • Die schlechte Phase resultiert in erster Linie aus dem gestiegenen Schlachtschweineangebot.
  • Die gute Periode von Mitte 2004 bis Mitte 2006 hat europaweit die Produktion angekurbelt. Andererseits wurde der Export von EU-Schweinefleisch am wichtigsten Absatzmarkt Russland durch die wiedererstarkte Konkurrenz aus Brasilien erschwert. Der über lange Zeit auf historischem Hoch befindlich harte Euro reduziert den Exportertrag zusätzlich.
  • Der bevorstehende Herbst dürfte auch diesmal eher schwierig werden. Zum einen wird auch heuer der Saisonzyklus eine Preisschwäche im vierten Quartal verursachen. Zudem stecken wir mitten in der Abschwungphase des mehrjährigen Schweinezyklus, wodurch die Herbstschwäche ausgeprägter ausfallen könnte. Diese Szenarien sind an sich nicht neu, denn sie gehören als Branchencharakteristikum zum Geschäft.
  • Neu hingegen ist in diesem Herbst die Problematik der enorm gestiegenen Getreide- bzw. Futtermittelpreise. Während absatzseitig noch die zyklusbedingt bereits hohen Schalchtzahlen den Preis drücken, entsteht auf der Produktionskostenseite bereits ein enormer Kostendruck. Betriebe mit hohem Futterzukaufanteil werden mit der Liquidität zu kämpfefn haben.
  • Vor diesen Problemen stehen vor allem Betriebe in Nordwesteuropa, wo sich viele möglicherweise kein Futter mehr kaufen können bzw. teure Kredite nehmen müssen. Gleichzeitig wird mancher Futter-Selbsterzeuger in Versuchung geraten, sein Futtergetreide zu verkaufen.
  • Aber vorsicht! Eine ähnliche Situation hat es schon 2003 gegeben, wo Futtergetreide aufgrund der Trockenheit knapp und teuer war. Spekulierende Pessimisten, die damals vorübergehend die Produktion still legten, entging ein gar nicht so schlechter Deckungsbeitrag von 17,00 Euro im Durchschnitt des Jahres 2004.
  • Sicher ist jedenfalls: Leere Stallplätze bringen keinen Deckungsbeitrag, günstige Ferkel bieten aber Chancen auf interessante Deckungsbeiträge.


Johann Schlederer

VLV Schweinebörse

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Aktualisiert am: 11.09.2007 08:41
Das erste Halbjahr 2007 blieb unter den Erwartungen.
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