Schweinebesamung: Fehler beim Besamen der Sauen vermeiden

Auswertungen der GFS (Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung, Deutschland) bringen es an den Tag: „Fast alle der gut 200 untersuchten Betriebe müssen noch an kleinen und großen Schrauben drehen, um beim Besamungserfolg einen Schritt nach vorne zu gehen.“
Knackpunkte sind die Spermalagerung, die Stimulation der Sauen, die Dokumentation und die regelmäßige Fortbildung.

Spermalagerung

Optimal gelagert ist Sperma bei 16 bis 18 °C. Gute Voraussetzungen dazu bietet eine regelbare Thermobox, deren Funktionsweise nicht durch eine Staubschicht auf den Kühlrippen oder dem Lüfter beeinträchtigt ist. „Damit die temperierte Luft an die Spermatuben gelangen kann, müssen diese losen und ohne Verpackung in der Box liegen.“ Geräte, die Stromschwankungen verursachen, wie beispielsweise ein Schweißgerät, können die Kühlleistung der Thermobox schmälern und stehen deshalb weitab. Selbst die beste Thermobox kommt an ihre Leistungsgrenze, wenn sie überfüllt wird. Je Spermatube veranschlagt man als Faustzahl 0,6 Liter Lagerraum.

Stimulation

Bei einer guten Stimulation steht ein Eber beim Besamen vor 5-6 Sauen
Bei einer guten Stimulation steht ein Eber beim Besamen vor 5-6 Sauen
Bei einer guten Stimulation steht ein Eber vor einer kleinen Gruppe mit fünf bis sechs Sauen. Und zwar dosiert ab dem zweiten Tag nach dem Absetzen. Ideal sind Ebertüren, „die vom Laufgang hinter den Sauen aus zu öffnen sind.“ Sogenannte Saloontüren fallen nach dem Durchtreiben des Ebers von selbst in’s Schloss, so dass ein zweiter Eber zur Stimulation eingesetzt werden kann.

Dokumentation

Die gewissenhafte Dokumentation von Rauscheverhalten, Besamungsverlauf und Besonderheiten im Abferkelstall hilft, Ursachen für Umrauscher aufzuklären. Hilfreich ist und bleibt das Klemmbrett, das an einer Schnur über der Sau aufgehängt wird und auf welchem alle Daten erfasst werden. Das Klemmbrett leistet auch im Abferkelstall gute Dienste. Alternativ zum Klemmbrett können Handhelds verwendet werden, die alle Daten an den elektronischen Sauenplaner weiterleiten. Einfach und daher besonders wirkungsvoll ist der Sauenrücken selbst als „Dokumentationsfläche“: verschiedene Farben für verschiedene Tage, Punkte und Striche für Duldungsbeginn, Besamung, Duldungsende.

Fortbildung

Absolute Hygiene beim Belegen ist ein Muss
Absolute Hygiene beim Belegen ist ein Muss
Neue Erkenntnisse und neue Techniken erleichtern das Besamen und steigern den Besamungserfolg. „Nutzen Sie deshalb die Chance, Ihr Wissen regelmäßig aufzufrischen.“ Bei der Arbeit selbst „ist im Besamungswagen das Zubehör stets griffbereit. Das spart Zeit und sorgt für Ruhe beim Besamen.“ Absolute Hygiene ist ein Muss; ebenso sollte der feste Sitz der Pipette kontrolliert werden. Elastische Bänder, an welchen die Tube aufgehängt wird, verhindern das Herausrutschen der Pipette.
(Quelle: "Die häufigsten Fehler bei der Besamung" von Josef Brüninghoff, Dirk Ehlers und Gerd Vahrenhorst in top agrar 8/09, S. S12–S15)


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Aktualisiert am: 24.08.2009 22:10
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