Schweinebauern und Konsumenten brauchen Sicherheit

Gesundheitsminister Stöger will die Haltungsbedingungen für Zuchtsauen verschärfen und die derzeit eingesetzten Kastenstände verbieten. Rund 40 Millionen Euro Investitionsbedarf, Verlust der Konkurrenzfähigkeit, Gefährdung der Selbstversorgung mit Schweinefleisch und 500.000 tote Ferkel pro Jahr wären die Folge.
Bei der Diskussion um die Verschärfung der Haltungsbedingungen von Zuchtsauen ist noch keine Einigung in Sicht.
Bei der Diskussion um die Verschärfung der Haltungsbedingungen von Zuchtsauen ist noch keine Einigung in Sicht.
„Bei einem Verbot des Kastenstands, wie vom Gesundheitsminister geplant, müssten bis zu 50 Prozent der heimischen Betriebe zusperren“, fasst Landesrat Liegenfeld die Konsequenzen der Forderungen von Minister Stöger zusammen und führt weiter aus „Zudem würde ein österreichischer Alleingang die ohnedies schwierige Situation im Schweinebereich durch einen Investitionsbedarf von rund 40 Millionen Euro und 500.000 toten Ferkeln pro Jahr verschärfen. Betriebe müssten schließen und billiges Schweinefleisch aus dem Ausland würde importiert.“

Hohe Standards geben Sicherheit

Österreichs Tierhalter müssen durch das Tierschutzgesetz 2004, dem vier Parlamentsparteien zugestimmt haben, eines der strengsten Tierschutzgesetze weltweit einhalten. Ein Verbot der Kastenstände in Österreich brächte eine weitere Verschlechterung der Konkurrenzfähigkeit unserer Betriebe und für viele das Aus.

Vogel-Strauß-Taktik ist falscher Weg


„Lebensmittelsicherheit beruht auf dem Wissen der Herkunft. So lange die Aufzucht, die Fütterung, die tierärztlichen Betreuung, der Transport, die Schlachtung und der Transport sowie laufende Kontrollen in heimischen Händen liegen, kann unser hoher Lebensmittelstandard garantiert werden. Ein zunehmender Import aus Billigproduktionsländern bringt diese Sicherheit in Gefahr. Eine Vogel-Strauß-Taktik im Bereich von Fleischimporten ist dabei jedenfalls der falsche Weg“, beschreibt Liegenfeld die Gefahr des zunehmenden Imports.

Burgenland: Schweinebestand seit 1960 um 72% zurückgegangen

Für die Tierhaltung im Burgenland werden die Zeiten immer schwieriger. Im Schweinebereich hat sich die Zahl der Betriebe seit 1960 von 39.000 auf derzeit 1.036 reduziert, der Tierbestand ist von 205.000 auf 62.600 Stück um 72% zurückgegangen.

Wurden im Burgenland einst rund 7% der österreichischen Schweine gehalten so sind es derzeit lediglich 1,8%, unser Selbstversorgungsgrad ist damit auf rund 58% gesunken. Dadurch geht agrarische Wertschöpfung verloren (Quelle: Pressemeldung Büro LR Liegenfeld)


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Aktualisiert am: 06.09.2011 17:48
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