Schweine: Womit sie am liebsten spielen (Praxistest)

Was in der Mast und Ferkelaufzucht schon seit 2003 gilt, tritt in der Sauenhaltung spätestens 2013 auch in Kraft: Das verpflichtende Anbieten von Beschäftigungsmaterial. Womit Sauen und Ferkel am liebsten spielen, haben wir untersucht.
Eine Holzbestückung des Kettenkreuzes bringt keine bessere Akzeptanz als das Kettenkreuz ohne Holz.
Eine Holzbestückung des Kettenkreuzes bringt keine bessere Akzeptanz als das Kettenkreuz ohne Holz.
Die Übergangsfrist bis zum 1. Jänner 2013 gilt für Anlagen und Haltungseinrichtungen für Jungsauen und Sauen, die bereits vor dem 1. Jänner 2003 bestanden hatten (Übersicht). Bei der Wahl der Beschäftigungsmaterialien gehen die Meinungen stark auseinander. Im Gesetzestext sind etliche Materialien aufgelistet, deren Praktikabilität zu hinterfragen ist. Auch Angebote aus dem Agrarhandel oder Eigenkreationen sind in den hiesigen Ställen zu finden. Wie Attraktiv die unterschiedlichen „Spielzeuge“ für Ferkel und Sauen sind, haben wir getestet.

Kettenkreuz
Das Kettenkreuz ist das Lieblingsspielzeug der Ferkel. Mehrere Ferkel können sich gleichzeitig damit beschäftigen. Das Kettenkreuz besitzt die Vorzüge der Kette (mundgerecht, leicht zu reinigen) und ist extrem attraktiv da sich viel bewegt und andere Ferkel dadurch angelockt werden.

Sauen in Einzelhaltung
Der Schweinehaltungsverordnung entsprechend müssen auch Sauen in Einzelhaltung ab 1.1.2013 beschäftigt werden.
Das Ergebnis der Untersuchung ist sowohl einfach aus auch ernüchternd. Die Sau in der Abferkelbox hat so gut wie kein Interesse sich mit dem angebotenen „Spielzeug“ zu beschäftigen. Es waren so gut wie keine Unterschiede feststellbar was die Dauer der Beschäftigung mit dem jeweiligen Material anbelangt.
Eine Sau in der Abferkelbox steht ca. fünf Mal innerhalb 24 Stunden auf. Die Vermutung läge nahe, dass sie sich jedes Mal auch kurz mit dem „Spielzeug“ beschäftigt. Tatsache war jedoch, dass die Sau sich max. fünf Minuten pro Tag beschäftigt hat. Und dies meist ein Mal oder auf zwei Mal aufgeteilt, meist nach dem Fressen. Vielleicht hat sie durch ihre Ferkel genug Abwechslung. Auch ist es kein vernünftiger Weg die Sau länger mit Heu zu beschäftigen.

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Autor: Dipl. HLFL Ing. Hannes Mader, Landwirtschaftliche Fachschule Lambach


Aktualisiert am: 14.01.2009 16:06

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