Schweine: Wasser, Tränken & Co

Eine ausreichende Wasserversorgung ist das A und O für gesunde Schweine und beste Leistungen. Wie gut die Leistungen sind, hängt damit wesentlich von der Wasserqualität, der Beschaffenheit der Zuleitungen, der Durchflussmenge und der Tränke selbst ab.
„Generell gilt, dass das Wasser im Stall frei von Salmonellen und Campylobacter sowie möglichst weitgehend frei von E. coli sein sollte. Wo lauern Gefahren? Zum einen ist es möglich, dass das Wasser bereits verunreinigt in den Stall gelangt. Dieses Risiko ist bei eigenem Brunnen höher als bei Anschluss an das öffentliche Wassernetz. Zum anderen bieten Stichleitungen, in welchen das Wasser länger steht, Keimen optimale Vermehrungsbedingungen.

Stagnationswasser vor Neubelegung abfließen lassen!

Wasser ist ein wertvolles und billiges Futtermittel
Wasser ist ein wertvolles und billiges Futtermittel
Abhilfe schafft das regelmäßige Abfließenlassen des sogenannten Stagnationswassers. Daran solle auch bei Neubelegung eines Abteiles gedacht werden. Mitunter hat das Wasser fünft bis sieben Tage in den Leitungen gestanden, wurde nicht durchspült und ist nun keineswegs mehr frisch. „Damit den Tieren zur „Begrüßung“ im neuen Stall tatsächlich frisches und gesundes Wasser angeboten werden kann, ist eine regelmäßige Spülung der Wasserleitung unmittelbar vor der Ankunft der Tiere von größter Bedeutung. Mithilfe von Wäscheklammern am Tränkenippel lässt sich dies einfach und zeitsparend lösen.“

Wasserbedarf der Schweine mit Faustregel berechnen

Wie viel Wasser ein Schwein braucht, lässt sich mit folgender Faustformel berechnen: Je 10 kg Lebendgewicht veranschlagt man 1 l Wasser täglich. Bei hohen Temperaturen, bei Durchfallgeschehen und bei säugenden Sauen erhöht sich die Wassermenge mitunter deutlich! Durch Ablagerung von im Wassergelösten Stoffen kann im Leitungssystem ein Biofilm entstehen, der bei der Wasseranalyse kaum nachzuweisen ist. Löst sich jedoch ein Stück des Biofilmes, „sind die Analyseergebnisse exorbitant hoch.“ Nicht zu vergessen ist der mögliche rückwärts gerichtete Eintrag unerwünschter Stoffe in das Tränkwasser. Hierzu kommt es, wenn über die von den Tieren ins Maul genommene Zapfentränken Keime in das Leitungssystem und so zu anderen Abteilen gelangen.

Einbauhöhe, Durchflussmenge und Druck beachten

Nicht nur die Wasserqualität muss stimmen; es muss auch genügend Wasser in den Tränken ankommen. Wer drauf achtet, dass die Einbauhöhe der Tränken an die Tiere angepasst ist, Durchflussmenge und –druck kontrolliert und sicherstellt, dass einerseits genügend Wasser fließt, andererseits der Druck nicht so stark ist, dass die Ferkel die Tränke meiden, hat den Grundstein für eine optimale Wasserversorgung gelegt (Quelle: „Tränkwasserqualität sichern“ von Dr. Dirk Hesse in primus 5/09, S. 44 - 49)


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Aktualisiert am: 04.06.2009 18:11
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