Schweine: So wird sich der Markt 2009 entwickeln

Nach Expertenschätzungen wird das Wachstum der Schweineproduktion im Jahr 2009 deutlich an Dynamik verlieren. Erstmals seit Jahren muss sogar damit gerechnet werden, dass die Erzeugung unter dem Vorjahresniveau liegen könnte.
Grund sind die wirtschaftlichen Probleme der Ferkelerzeuger in der Vergangenheit, die zu Produktionsaufgaben und Bestandsverkleinerungen geführt haben. Allerdings ist vorerst kein starker Einbruch der Erzeugung zu erwarten, weil der verbliebene Sauenbestand immer leistungsstärker wird und die Produktivität steigt. Hinzu kommt, dass weiterhin mit umfangreichen Lebendeinfuhren zu rechnen ist, so dass das Produktionsvolumen, wenn überhaupt, nur wenig unter dem Niveau von 2008 liegen dürfte.

Schweineproduktion in der EU sinkt

Ganz anders sieht das in der EU insgesamt aus. Nie zuvor wurde der Sauenbestand so drastisch reduziert wie 2008, weshalb Experten mit einem spürbaren Rückgang der Schweineproduktion zwischen 4 und 5 % im ersten Halbjahr 2009 rechnen. Vor allem in Osteuropa wird die Schweinefleischerzeugung rückläufig sein, so dass sich die Ausfuhrmöglichkeiten für Schweinefleisch nicht verschlechtern sollten.

Der schwache Euro verbessert die Wettbewerbsposition am Weltmarkt

Allerdings führte die weltweite Finanzkrise im Herbst 2008 zu einer Abwertung osteuropäischer Währungen, was die Fleischeinfuhr in Euro teurer macht. Die Exporte in Drittländer dürften von neu geschaffenen Marktzugängen, beispielsweise in China und Japan, profitieren; der schwächere Euro verbessert die Wettbewerbsposition gegenüber den US-Anbietern am Weltmarkt.

Überdurchschnittliches Preisniveau erwartet

Durch die Finanzkrise droht jedoch ein weltweit schwächeres Wirtschaftswachstum, das die Nachfrage nach Schweinefleisch dämpfen könnte. Die Erzeugerpreise für Schlachtschweine werden deshalb nicht in den Himmel wachsen. Wegen des rückläufigen EU-Angebotes könnte sich für Deutschland und die EU insgesamt ein überdurchschnittliches Preisniveau im Jahre 2009 ergeben. Größter Unsicherheitsfaktor sind jedoch die Verwerfungen durch die Finanzkrise und deren Auswirkungen auf die Exportmärkte.

Trend zur Produktion im geschlossenen System

Außerdem steigen die Anforderungen an ein optimales Vermarktungsmanagement in Ferkelerzeugung und Mast. Ein spürbarer Trend ist zudem die Produktion im geschlossenen System. Viele Sauenhalter denken über diesen Schritt nach, um auch in Zeiten schlechter Erlöse etwas krisensicherer zu sein.

Kooperationen unter den Betrieben nehmen zu

Für eine Reihe von Ferkelerzeugern wird auch die Kooperation zwischen Betrieben, in welcher Art und Weise auch immer, einen Weg darstellen, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Wichtiger Baustein für eine effiziente Produktion ist nicht zuletzt eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Beratern, Tierärzten und Wissenschaftlern.


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Aktualisiert am: 17.12.2008 17:32
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