Schweine: Nadellos Impfungen per Injektor

Besonders sinnvoll ist der Einsatz im Sauen- und Ferkelbereich, denn die Impfung per Injektion ist kaum schmerzhaft und das Risiko der Infektionsverschleppung über die Nadel ausgeschaltet.
Die Methode der nadellosen Injektion ist nicht neu und wird in der Humanmedizin bereits seit 1930 eingesetzt.

Vor- und Nachteile der nadellosen Impfung

„Aus immunologischer Sicht zeichnet sich die nadellose Injektion im Vergleich zur Spritze durch ein besonderes Verteilungsmuster der injizierten Flüssigkeit im Gewebe aus.“ Der Impfstoff verbreitet sich netzförmig, während er bei der Injektion über die Nadel vorübergehend eine Blase im Gewebe bildet. Bei der Impfung per Injektion „kommt der Impfstoff mit einer höheren Anzahl von Immunzellen in Berührung. Dadurch kann man das Volumen des Adjuvans (= wirkungsverstärkender chemischer Hilfsstoff) reduzieren.“ Nachteilig sind bei der Impfung mit dem Injektor die hohen Anschaffungs- und laufenden Kosten. Hinzu kommt eine intensive Einarbeitungsphase; so muss der Injektionswinkel bei 90 ° liegen. „Ein falscher Ansatzwinkel beeinflusst zum einen die Verteilung, “ zum andern kann es zu Gewebsverletzungen im Bereich der Injektionsstelle kommen. Für den Injektor spricht neben den hygienischen Vorteilen die schmerzarme Impfung, die den Schweinen folglich auch weniger Stress bereitet. Daneben besteht auch für den Anwender ein geringeres Risiko, sich zu verletzen.

Verschiedene Systeme für die nadellose Injektion

Die Impfung kann im Schinkenbereich des Schweines erfolgen. Derzeit stehen drei verschiedene Systeme für die nadellose Injektion zur Auswahl. AcuShot und MS Pulse eignen sich zum Impfen von Dosen von 0,2 bzw. 0,1 bis 2,5 ml. Daneben kann zwischen verschiedenen Injektionsformen (z. B. subkutan, intramuskulär) gewählt werden. Das dritte Gerät, das Idal-System, ist nur mit einem speziellen Idal-Impfstoff einsetzbar. Hier ist es im Falle eines technischen Defektes auch nicht möglich, die Impfstoffflasche herauszunehmen und auf eine herkömmlich Spritze zu stecken. Beim AcuShot und beim MS Pulse ist dies möglich, so dass die Vakzinierung im Bestand trotz eventuellem Ausfall des Injektors fortgesetzt werden kann. „Von den Herstellern wird ein schneller Ersatz binnen weniger Stunden garantiert.“ Alle Injektor-Geräte bedürfen einer regelmäßigen Wartung, die sich aufwändiger gestaltet als das Reinigen und Desinfizieren einer Spritze.

(Quelle: deuka.de - Hygienische Alternative zum „Pieksen“ von Dr. Christina Wald in Land & Forst 33/2010. S. 38 - 39)


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Aktualisiert am: 09.09.2010 20:16
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