Schweine: Hohe Futterqualität durch optimale Lagerung der Ernte

Wer gesunde und leistungsfähige Tiere im Stall möchte, braucht einwandfreies Futter. Eine hygienische Futtermittelkette beginnt bereits am Feld und darf nicht mit der Einlagerung im Silo enden.
Die Auswirkungen unsachgemäßer Lagerung sind vielfältig. So benötigen beispielsweise Schimmelpilze für ihre Entwicklung Nährstoffe. Diese werden den Futtermitteln entzogen und mindern den Futterwert. Bei günstigen Bedingungen können bestimmte Schimmelpilze auch Gifte, sogenannte Mykotoxine, produzieren. Je nach Art und Konzentration des Pilzgiftstoffes sowie der Empfindlichkeit des Tieres bewirken Mykotoxine akute oder chronische Vergiftungen. Bestimmte Mykotoxine führen bei entsprechender Konzentration auch zu einem verminderten Futterverzehr.

Reinigung vor dem Einlagern

Die Futterqualität beginnt bereits am Feld
Die Futterqualität beginnt bereits am Feld
Vor der Einlagerung müssen die Getreidelager und alle Fördereinrichtungen gründlich gereinigt werden. Staubansammlungen und Getreiderestmengen bieten Vorratsschädlingen wie Kornkäfern, Reismehlkäfern oder Getreidemotten Schutz. Diese gehen dann unverzüglich auf die neue Ernte über und vermehren sich rasch. Getreide aus der Vorjahresernte sollte daher wenn möglich ausgelagert bzw. separat gelagert werden. Auf keinen Fall dürfen altes und neues Getreide vermischt werden.
Auch das geerntete Getreide sollte gereinigt werden. Ein Windsichter entfernt beim Ein- und Umlagern Verunreinigungen wie Staub, Strohteilchen und Schmachtkörner. Insbesondere Erntegut, das mit Fusarien belastet ist, sollte intensiv gereinigt werden, denn auch Strohteilchen und Schmachtkörner sind in der Regel mit Toxinen belastet. Neben den Feldpilzen spielen Lagerpilze und Lagerschädlinge eine große Rolle. Lagerpilze können sich bei mangelhafter Konservierung des Getreides schlagartig vermehren und hochgiftige Stoffe bilden.

Belüftung des Futters - einfache und günstige Maßnahme!

Hohe Leistungen im Stall sind nur mit guter Futterqualität möglich
Hohe Leistungen im Stall sind nur mit guter Futterqualität möglich
40 % einer Getreideschüttung sind Hohlräume. Die Luft in diesen Hohlräumen bestimmt das Klima des Getreidestapels. Durch die Belüftung des Getreidestapels mit Außenluft wird in erster Linie die Temperatur gesenkt. Das hemmt die für den Verderb verantwortlichen Faktoren. Bei der Belüftung mit angewärmter, trockener Luft wird die Feuchtigkeit verringert, sodass weder in den Körnern noch bei Mikroorganismen wesentliche Stoffwechselvorgänge möglich sind. Das Getreide bleibt lagerfähig. Die Belüftung des Getreides mit Außenluft gehört zu den einfachsten und günstigsten Maßnahmen. Wichtig ist dabei die relative Luftfeuchtigkeit. Eine relative Luftfeuchtigkeit von 65% steht im Gleichgewicht mit einer Kornfeuchte von 14%. Daher darf bei einer Luftfeuchtigkeit von über 65% nur mit vorgewärmter Außenluft belüftet werden. Sonst passiert genau der gegenteilige Effekt: Feuchtigkeit wird ins Getreide eingebracht.

Säurekonservierung

Eine weitere Möglichkeit der Konservierung ist die Absenkung des pH-Wertes. Organische Säuren wie Benzoesäure, Milchsäure, Propionsäure, Essigsäure, Sorbinsäure und Ameisensäure wirken antibakteriell oder schimmelhemmend. Die Säurebehandlung verringert außerdem die Kornatmung, der Schwund wird weniger. Säurekonserviertes Getreide beeinflusst die Futteraufnahme und die Darmflora positiv. Zur Säurekonservierung wird das Getreide in einer Förderschnecke mit einer flüssigen Säure vermischt. Alle Getreidekörner sollen dabei gleichmäßig benetzt werden. Säuredosierung und Anwendung können je nach Hersteller variieren und müssen vor der Anwendung mit dem Hersteller geklärt werden.

Wichtige Säulen für eine gute Futterqualität

Ein Feuchtegehalt von über 14% und Getreidetemperaturen über 15 Grad begünstigen einen Befall mit Vorratsschädlingen. Auch Schimmelpilze und Bakterien können sich so explosionsartig vermehren. Qualitäts- und Masseverluste bis hin zum Verderb des Getreides sind die Folge. Bereits durch einfache Maßnahmen wie die Reinigung und Säurebehandlung wird die Gefahr einer Toxinbelastung erheblich gesenkt und die hygienische Qualität des Futtergetreides vom Feld bis in den Trog erhalten.

Den gesamten Artikel von Herrn Franz Nagl, LK NÖ, lesen Sie unter folgendem Link: Gute Lagerung bringt gutes Futter .

Außerdem finden Sie einen interessanten Artikel zum Thema "Futterqualität" von Dr. Eckhard Meyer unter folgendem Link: Futterhygiene vom Feld zum Trog!


Autor:
Aktualisiert am: 27.07.2009 11:48
Landwirt.com Händler Landwirt.com User