Schweine: Haben die neue Abrechnungsmasken Auswirkungen auf die Rassenwahl?

Am deutschen Schlachtschweinemarkt gibt es aktuell viel Bewegung. Die neuen Abrechnungsmasken honorieren schwere Tiere mit hohen Schinkengewichten und mageren Bäuchen.
Auch gibt es den Trend zu regionalen Produkten. Christa Niemann stellt im Wochenblatt Westfalen Lippe (Ausgabe 41/2010) vor, welche Auswirkungen die Umstellungen für die Mäster und u.U. auch für die Wahl der Vaterrasse haben. Einige norddeutsche Besamungsorganisationen haben zumindest bereits reagiert: Sie empfehlen ihren Kunden bereits nur noch den Einsatz von Piétrain-Endproduktebern.

Zusammenfassung des Artikels

Die künftige AutoFOM-Maske bezahlt Tiere mit schweren Schinken und mageren, schweren Bäuchen besonders gut. Am besten werden Schinken zwischen 16 und 20 kg sowie magere Bäuche über 14 kg bezahlt. Das bedeutet, dass die Schlachtgewichte aller Schweine steigen müssen. Damit steigen die Anforderungen an die Gewichtssortierung und die Fütterung. Evtl. muss beim Eiweiß- und Lysingehalt vorgehalten werden, bei gleichzeitiger Begrenzung der Futtermenge vor der Schlachtung, damit die Bäuche genügend Fleisch aufweisen und nicht verfetten. Dies verteuert die Produktion, so dass der Mehraufwand genau kalkuliert sein will. Die zusätzlichen Kosten müssen über bessere Schlachtschweineerlöse ausgeglichen werden. Nicht jedes Tiermaterial ist AutoFOM-tauglich, meint Niemann. In vielen Fällen könne aber durch eine gezielte Eberauswahl das Vermarktungsergebnis positiv beeinflusst werden.
Für die deutschen Ferkelerzeuger ist das eine große Chance, beurteilt Dr. Frank Greshake von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen die Situation. Zusätzlich soll es von Seiten der Schlachtindustrie einen Trend zu vier- oder dreimal "D" geben. Also deutsche Geburt, deutsche Mast, deutsche Schlacht und deutsche Zerlegung (Quelle: ZDS www.zds-bonn,de)


Aktualisiert am: 02.12.2010 11:12
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