Schweine: Gezielte Fütterung fördert die Darmgesundheit

Wer heute erfolgreich Sauen oder Mastschweine halten will, muss fütterungsbedingte Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes im Keim ersticken, lautete die Kernaussage von Dr. Gerhard Stalljohann, Landwirtschaftskammer NRW.
Die Mikroflora und das Immunsystem im Magen-Darm-Trakt sind extrem wichtige Stützen gegen Erkrankungen. Grundsätzlich gilt für Ferkel, Sauen und Mastschweine, dass die Versorgung mit Nähr-, Mineral- und Wirkstoffen sowie Wasser optimal an den jeweiligen Bedarf des Tieres angepasst sein sollte. „Wichtig ist ein Soll-Ist-Vergleich, das heißt die Kontrolle, ob das vorgelegte Futter tatsächlich aufgenommen worden ist und wie viel Wasser die Tränken pro Minute liefern“, regte der Fachmann von Haus Düsse an.

Faustzahl: 4-5 l Wasser pro kg aufgenommener Trockenmasse

Als Faustzahl rechnet man je kg aufgenommener Trockenmasse mit einem Wasserbedarf von 4 bis 5 l. Daneben verlangt der Hygienestatus im Futter nach ständiger Kontrolle: Wie sehen die Futtersilos von innen aus? Wie steht es um Mischbottiche und das Leitungssystem bei Fließfutter? Checklisten erleichtern die Überprüfung und garantieren, dass kein Punkt vergessen wird.

Rohfaser: Schwankungen von 1 % wirken sich bei plötzlicher Futterumstellung negativ aus

Die ausgewogene Balance zwischen Ernährung, Darmflora und Immunsystem ist Grundlage für eine stabile Darmgesundheit. Umgesetzt in die Praxis kann der Zusatz von faserreichen Komponenten zum Sauenfutter rund um die Geburt die Verdauung fördern. Wie Dr. Stalljohann von Versuchen auf Haus Düsse berichtete, hatte der Zusatz von Obsttrester als Faserträger im Sauenfutter tendenziell einen positiven Effekt auf das Verdauungssystem der Sauen. Bereits Schwankungen von 1 % mehr oder weniger Rohfaser im Trage- und Laktationsfutter wirken sich bei plötzlicher Futterumstellung negativ aus.

Vermahlungsgrad des Futters kritisch unter die Lupe nehmen

Vorsicht ist nach Angaben von Dr. Stalljohann bei einem zu feinen Vermahlungsgrad von Mehlmischungen angesagt. „Ziel bei Mehlmischungen mit Getreide ist ein Anteil von mindestens 60 % an Teilchen mit einer Partikelgröße unter 1 mm und einem Anteil von höchstens 30 % an Teilchen unter 0,5 mm“ nannte der Referent Zahlen. Erhalten Mastschweine eine Mehrmischung mit Getreide, bei welcher mindestens 65 % der Teilchen eine Größe unter 1 mm haben und höchstens 40 % der Teilchen kleiner als 0,5 mm sind, bleibt die Magenwand intakt und Reizungen wird wirkungsvoll vorgebeugt. Selbstmischer sollten also den Vermahlungsgrad beim Mastfutter und auch beim Zuchtsauenfutter regelmäßig überprüfen.

Vorsicht bei hohen Fettmengen im Säugendfutter

Bei säugenden Sauen ist schmackhaftes Futter mit einer Energiedichte von mindestens 13 MJ ME/kg ein Muss. Enthält das Säugefutter größere Mengen an Fett, so steigt zwar die Energiedichte, aber die Sau nimmt unter Umständen weniger Futter auf, da sie rascher satt ist. Den gleichen Effekt haben Stalltemperaturen jenseits von 20 °C. Die Futteraufnahme der Sau reduziert sich mit jedem Grad über 20 °C um 100 g. Nach Auswertungen auf Haus Düsse geben Sauen pelletiertem Futter tendenziell den Vorrang vor Mehl oder Krümel. In der Ferkelaufzucht ist zur Erhaltung einer optimalen Darmgesundheit mehlförmiges Futter gefragt, das über mehrere kleine Portionen am Tag von den Tieren aufgenommen wird (Quelle: deuka).


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Aktualisiert am: 15.06.2009 08:49
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