Schweine: Bessere Leistungen in kleinen Mastgruppen

In kleineren Mastgruppen sind die biologischen Leistungen tendenziell besser. Als Grund wird neben der einfacheren Tierkontrolle der höhere Gesundheitsstatus angeführt.
Höhere Zunahmen und bessere Tierkontrolle in Kleingruppen

Tierkontrolle in Kleingruppen deutlich einfacher
Tierkontrolle in Kleingruppen deutlich einfacher
Diesen Schluss lassen über 2000 in Schleswig-Holstein ausgewertete Betriebsabschlüsse aus der Erzeugerring-Datenbank zu. Bei der Auswertung zeigte sich, „dass vermehrt gesundheitliche Probleme in Großbuchten mit mehr als 50 Tieren auftraten, die Verlustraten lagen bei gut 5 %. Bei kleineren Gruppen mit bis zu zwölf Schweinen traten 3,5 % Verluste auf und in mittleren Gruppengrößen nur unwesentlich mehr.“ Betriebe mit mittlerer Gruppengröße freuen sich zudem über die höchsten Tageszunahmen. Sowohl die Klein- als auch die Megagruppen haben geringere Zunahmen zu verzeichnen. Bei den Kleingruppen ist dies auf das Fütterungssystem zurückzuführen (Trockenfütterung, restriktive Fütterung). In Megagruppen erreichten die Schweine wohl aufgrund des häufigeren Krankheitsgeschehen weniger gute Zunahmen bei ungünstigerer Futterverwertung.

Stallbau: Trend geht wieder zu kleineren Buchten

Kranke Tiere in Großgruppen werden häufig erst spät erkannt. Aus diesem Grund empfiehlt die Beratung in den Niederlanden und in Dänemark als neuesten Trend wieder kleinere Mastgruppen. „Gerade in den immer größer werdenden Betrieben ist es wichtig, die kranken Tiere leicht zu finden, zu behandeln sowie später eindeutig wiederzufinden.“

Verluste und Nachzügler entscheiden über Rentabilität in der Mast

Letztendlich entscheiden die schwächsten Tiere über die Rentabilität der Mastschweinehaltung. Das hat für die Megagruppe besondere Bedeutung. Wer sich die Mühe macht, diese Tiere mit der Technik vertraut zu machen und bei der Kontrolle ein wachsames Auge auf sie wirft, hat auch mit der Großgruppe mit Sortierschleuse Erfolg. Als Vorteile der Großgruppe ist neben der Zeitersparnis mit einer gut eingestellten Sortierschleuse die einfachere Reinigung zu erwähnen. Bei den Baukosten wird zwar einiges an Abtrennungen und Technik eingespart, was die Investition in eine Sortierschleuse aber wieder „ausgleicht“.

Potential der Tiere bei den Tageszunahmen noch nicht ausgeschöpft

Die optimale Gruppengröße gibt es nicht – hier sind in jedem Fall die Vorlieben des Betriebsleiters sowie Lieferpartiegröße und vorhandene Technik zu berücksichtigen. Dass noch Potential in den Mastschweinen ruht, zeigen die Ergebnisse der Leistungsprüfung auf Station: 1000 g Tageszunahme bei einer Futterverwertung von 1: 2,3 bis 1: 2,5 sind keine Seltenheit.
Quelle: "Kleine Mastgruppen sind von Vorteil" von Dr. Karl-Heinz Tölle und Christian Meyer in Land & Forst 29/09, S. 52 – 53


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Aktualisiert am: 24.08.2009 13:58
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