Schweine -Klassifizierung: Neue Datenbank im Internet

Mit der Einführung einer Online - Klassifizierungsdatenbank ist ein weiterer Schritt zu einer transparenten und für alle Marktpartner offenen Vermarktung von Rind- und Schweinefleisch gesetzt worden. Bis Ende des Jahres werden alle wesentlichen Schlachtbetriebe am System angebunden sein.
Seit dem EU-Beitritt Österreichs führen unabhängige Klassifizierungsdienste, im Auftrag der Agrarmarkt Austria (AMA), einen wesentlichen Teil der Qualitätssicherungskette von Rind- und Schweinefleisch aus. Die Qualitätsbeurteilung und Qualitätssicherung inkl. Herkunftsüberprüfung des Fleisches erfolgt am Schlachtbetrieb durch unabhängige Sachverständige der Organisationen.
Obmann Erwin Hannl, Landwirtschaftskammerpräsident ÖR Hannes Herndl und Landesrat Dr. Josef Stockinger versuchen sich am Schlachtbetrieb Higelsberger in Schwertberg (OÖ) als Klassifizierer.
Obmann Erwin Hannl, Landwirtschaftskammerpräsident ÖR Hannes Herndl und Landesrat Dr. Josef Stockinger versuchen sich am Schlachtbetrieb Higelsberger in Schwertberg (OÖ) als Klassifizierer.
Diese Dienstleistung bildet sowohl die Grundlage für die Vermarktung zwischen Landwirt und Schlachtbetrieb, als auch die für die Sicherstellung der Qualität und Herkunft für den Konsumenten. „Mit Qualitätsprogrammen im Fleischbereich sind wir europaweit spitze“, betont Landesrat Dr. Josef Stockinger die internationale Vorreiterrolle. Mit der Gründung der österreichischen Dachorganisation ÖFK (Österreichische Fleischkontrolle GmbH) im Jahr 2000 wurden weiters die Aktivitäten der Landesorganisationen gebündelt.

Nachvollziehbar vom Stall bis auf den Teller
Der Ausbau der internen Qualitätssicherung ist ein logischer und notwendiger Schritt. Wurde die Dokumentation jahrelang handschriftlich bzw. auf den EDV-Anlagen der Schlachtbetriebe durchgeführt, ist heute eine Klassifizierungsdatenbank in Betrieb, in der jeder Landwirt die wichtigen Daten seiner Schlachttiere noch am Schlachttag online abrufen kann. Die erhobenen Schlachtdaten stehen außerdem aufgrund der österreichweiten Vernetzung grundsätzlich allen beteiligten Marktpartnern zur Verfügung. „Damit ist die Nachvollziehbarkeit vom Stall bis auf den Teller gegeben.“, so Präsident Herndl.
Derzeit sind österreichweit rund 60 Schachtbetriebe mit diesem System ausgestattet, bis Ende des heurigen Jahres ist es jedoch in allen Schlachtbetrieben mit einer wöchentlichen Schlachtmenge von mehr als 200 Schweinen und 20 Rindern verpflichtend zu installieren.

Nur stressfreies Fleisch am Teller
Die pH-Wertmessung liefert die Grundlage, dass bei Markenprogrammen wie AMA-Gütesiegel oder Gustino nur stressfreies Fleisch in die Nahrungsmittelkette kommt, deren Koch- und Brateigenschaften erheblich besser sind. „Der pH-Wert ist ein wichtiger Gradmesser für die Stressbelastung der Tiere bei der Schlachtung“, erklärt Erwin Hannl, Obmann des Landesverbands für Leistungsprüfung OÖ.
Der LfL OÖ hat neue Messgeräte für die pH-Wertmessung eingeführt. In Zusammenarbeit mit der Firma Classpro GmbH in Bayern wurde ein elektronisches Gerät der Marke „Opti Scan TP“ entwickelt, ein elektronisches Messgerät, das die Messstelle mit einem Foto dokumentiert und somit neben der Messgenauigkeit auch eine 100%-ige Nachvollziehbarkeit liefert. Durch die relativ kleine Schlachthofstruktur in Österreich ist jedoch in den meisten Schweineschlachtbetrieben aus Kostengründen die Messkarte in Verwendung.


Aktualisiert am: 07.11.2007 16:08
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