Schwein: Wurfausgleich - Praxiserfahrungen

Der erreichte Zuchtfortschritt in den verschiedenen Sauenherkünften führte in den letzten Jahren zu einer Steigerung der lebend geborenen Ferkel. Oft werden mehr Ferkel geboren als die Sauen, aufgrund der begrenzten Zitzenanzahl, aufziehen können.
Armin Schön und Carsten Dierks von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (D) berichten in ihrem Artikel von einem Praxisversuch zum Thema "Wurfausgleich".

Durch die Gruppenabferkelung, die in den größeren Sauenbeständen zur Routine geworden ist, ist es nötig und möglich, über den Wurfausgleich Verluste zu verhindern, möglichst viele Ferkel gesund und gleichmäßig aufzuziehen und so die genetische Leistungsveranlagung der Sauen auszuschöpfen. Im Allgemeinen sind die Sauen durch die begrenzte Anzahl der Zitzen kaum in der Lage, mehr als 12 Ferkel aufzuziehen. Zudem bleiben den schwächeren Ferkeln nur die hinteren Zitzen mit der geringeren Milchleistung.

Wie ist der Wurfausgleich durchzuführen?

Bevor Ferkel versetzt werden, sollten sie etwa einen Tag bei ihrer Mutter verbleiben, damit sie das Kolostrum aufnehmen können. Ein Versetzen ist nur dann sinnvoll, wenn die Ferkel an ihrer neuen Mutter reale Chancen haben. Deshalb sollten immer nur die schwersten Ferkel versetzt werden, da diese sich am ehesten in der neuen Zitzenordnung durchsetzen. Vorrangig sind kleine Würfe aufzufüllen, damit alle funktionstüchtigen Zitzen der Sau angesäugt werden. Besonders wichtig ist das bei Jungsauenwürfen. Das Versetzen sollte auch relativ früh erfolgen, damit die Zitzenordnung nicht unnötig gestört wird. Für überzählige Ferkel sind Ammensauen bereitzuhalten. In Abhängigkeit vom Produktionsrhythmus können das zur Schlachtung vorgesehene Sauen aus der vorangegangenen Gruppe oder Sauen aus der nachfolgenden Abferkelgruppe sein, von denen die größeren Ferkel abgesetzt wurden. Als Alternative bietet sich die Aufzucht an einer künstlichen Amme an.

Einige der erwarteten Vorteile des Versetzens sind:
Die Ferkel wachsen weniger auseinander. Die Verluste können gesenkt werden, da überzählige Ferkel nicht verhungern. Jungsauen werden durch eine Wurfaufstockung und das Ansäugen aller Zitzenkomplexe zu einer besseren Milchproduktion stimuliert.

Zur Klärung der Frage, wie viel Ferkelumsetzungen sind nötig und zu welchen konkreten Ergebnissen führt der Wurfausgleich hinsichtlich der Entwicklung der Ferkel, wurde dies an einer Abferkelgruppe in einem Ferkelerzeugerbetrieb überprüft. Diese Abferkelgruppe bestand aus 39 Sauen dänischer Herkunft. Die Sauen waren auf 4 Stallabteile verteilt, von denen ein Abteil mit 28 und die übrigen drei Abteile mit je 6 Abferkelplätzen ausgerüstet waren. Von den 28 Abferkelplätzen wurden zwei für eine künstliche Amme freigehalten. Vorab wurde der für die Abferkelung in diesem Betrieb zuständige Mitarbeiter gebeten, bei ausgewählten Würfen Umsetzungen möglichst zu unterlassen.
Im geburtsnahen Zeitraum, am Tag der Geburt oder ein Tag danach, erfolgte die Kennzeichnung und Wiegung der an den Sauen befindlichen Ferkel. Eine Woche nach der Geburt der Ferkel wurden alle Ferkel noch einmal erfasst. Durch die vorherige Kennzeichnung der Ferkel war es möglich, zurück zu verfolgen, aus welchen Würfen die Ferkel stammten und unter welchen Bedingungen jedes Ferkel weiter aufgezogen werden sollte. Da dieser Betrieb die stärksten Ferkel nach drei Wochen absetzt und die schwächeren noch für eine Woche an der Sau verbleiben können, wurden alle Ferkel einen Tag vor dem ersten Absetzen erfasst und gewogen.

Den gesamten Artikel können Sie unter folgendem Link nachlesen: Wurfausgleich - Praxisbericht


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Aktualisiert am: 30.04.2010 08:49
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